Malsburg-Marzell Friedhofsgebühren steigen

SB-Import-Eidos
Ein Urnengrab auf dem Marzeller Friedhof kostet künftig 590 Euro. Foto: Kanmacher

Malsburg-Marzell (kn). Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung eine neue Friedhofssatzung verabschiedet. Die Gebühren werden erhöht. So soll das große Defizit im Friedhofshaushalt abgemildert werden.

Nach den gesetzlichen Vorgaben muss die Höhe der Gebühren in regelmäßigen Abständen neu kalkuliert werden. Das unterstrichen Hauptamtsleiter Patrick Seemann und die bei der Gemeinde für den Friedhofsbereich zuständige Sachbearbeiterin Sandra Schleith.

Steigerung von 50 Prozent

Das Büro Schneider & Zajontz war mit der Kalkulation beauftragt. Steigerungen von fast 50 Prozent sind das Ergebnis. Bisher deckten die Gebühren nur 17 Prozent der Kosten. Die Gemeinde unterhält drei Friedhöfe in Vogelbach, Kaltenbach und Marzell. In Marzell und Vogelbach gibt es Aufbahrungsräume. In vergleichbaren Gemeinden liege der Deckungsgrad jedoch bei fast 50 Prozent. Durch die Anhebung wird die grundsätzlich angestrebte Kostendeckung von 100 Prozent bei weitem noch nicht erreicht, sondern liegt bei knapp 60 Prozent.

Ab dem kommenden Jahr kostet zum Beispiel ein Urnenreihengrab 590 Euro, bisher waren es 400 Euro. Eine Erdbestattung kostet 823 Euro. Bei den Kosten für die Nutzung eines Aufbahrungsraums einigte sich das Gremium nach kurzer Diskussion auf 89 Euro pro Tag.

Die Verwaltung hat die Friedhofssatzung auch mit Blick auf die aktuelle Rechtsprechung überarbeitet, die Bürgermeister-Stellvertreter Manfred Wetzel und André Hintenaus waren ebenfalls beteiligt. In der nun vorgelegten Neufassung wurden alle rechtlichen und besonders auch örtliche Aspekte berücksichtigt und dabei vor allem auf die Mustersatzung des Gemeindetags Baden-Württemberg zurückgegriffen.

Der Satzung entsprechend finden Bestattungen dienstags bis freitags statt, und anonyme Urnenbestattungen sind auf allen drei Friedhöfen der Gemeinde in Vogelbach, Kaltenbach und Marzell möglich.

Anonyme Bestattungen können künftig auf Wunsch auch mit Angehörigen stattfinden. Dem ebenfalls vorgebrachten Wunsch zum Anbringen eines Grabsteins im anonymen Friedhofsbereich will man nicht entsprechen. Die Betroffenen könnten hier eine reguläre Urnenbestattung wählen, heißt es.

Tuchbestattung möglich

In Fällen, in denen die Religion eine Bestattung ohne Sarg vorsieht, etwa im Islam, können nach den neuen Regeln die Verstorbenen in Tüchern bestattet werden, sofern keine gesundheitlichen Gefahren für die Beteiligten zu befürchten sind. Dann muss der Auftraggeber allerdings das Personal selbst stellen.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Nancy Faeser

Bundesinnenministerin Nancy Faeser will das Staatsbürgerschaftsrecht reformieren. Was halten Sie von den Plänen, die Hürden für eine Einbürgerung zu senken?

Ergebnis anzeigen
loading