Malsburg-Marzell Glöcklein soll wieder erklingen

Rolf Kanmacher
Ansicht des ehemaligen Feuerwehrgebäudes in Lütschenbach mit Glockentürmli Foto: Rolf Kanmacher

Malsburg-Marzell - Über einige Jahre war es im wahrsten Wortsinn „still“ geworden um das altehrwürdige Glöcklein im Ortsteil Lütschenbach. Nun unternimmt der Verein der Geißenhalter im Hinteren Kandertal eine Initiative, um das Glöcklein wieder regelmäßig erklingen zu lassen.

„S´Lütschenbacher Glöckli soll wieder lütte um Ölfi, um Fünfi un zur Bätzit am Siebeni Zobe!“, so beginnt der aktuelle Aufruf des Vereins. Weiter heißt es: Die Geißenhalter Hinteres Kandertal beabsichtigen nach dem Motto „Alte Bräuche sollen nicht vergessen werden!“ die Lütschenbacher Glocke auf dem Grundstück von Daniel Renk wieder zu aktivieren. Der Vereinsvorsitzende Manfred Leuger unterstreicht im Gespräch vor allem die Absicht, die Glocke mit einem elektrischen Läutewerk auszustatten, denn das tägliche Läuten per Hand sei niemand mehr zuzumuten. Dafür rechnet der Verein mit Kosten von bis zu 5000 Euro.

Auch soll die Außenansicht des Glockenturms auf dem Gebäude, das früher Domizil der Lütschenbacher Feuerwehrabteilung war und jetzt im Privatbesitz ist, verbessert werden. Wobei Manfred Leuger unterstreicht, dass das Holzwerk in einem erstaunlich guten Zustand sei.

Früher läutete das Glöckchen zwei Mal am Tag zur Betstunde

Zur Geschichte: Bis zum Wechsel auf das Feuerwehrgebäude befand sich das Glockentürmchen in einem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Heimatforscher Fred Wehrle schreibt dazu in der Malsburg-Marzeller Häuserchronik: Erbaut wurde das Haus 1746 durch die Familien Wehrlin oder Breh. 1753 und 1843 wird das Haus als komplett hölzerne Behausung bezeichnet. Auf dem Haus war jahrhundertelang ein Glockenstuhl aufgebaut, und noch 1939 wurde die über 200 Jahr alte Glocke durch ein langes Seil, das in die Stube herabhing, von der Hausmutter jeweils um elf Uhr und abends zur Betstunde geläutet.

Die Glocke wanderte später zum nahgelegenen Feuerwehrgebäude, wo sie heute noch ist. Das Haus wurde 1958 von Familie Giesin übernommen, jetziger Eigentümer ist Hartmut Giesin.

Die Inschrift auf dem Glöcklein lautet – in Großbuchstaben: „Litschenbach 1747, Adam Andreas Hitzig Pfarrer zu Vogelbach, H. Heinrich Weitnau gos mich in Bassel für das Filial.“

Weitere Informationen: Die Geißenhalter würden sich über Unterstützung freuen. Interessierte können sich beim Vorsitzenden Manfred Leuger, Lütschenbach 7, Malsburg-Marzell, Tel. 07626/84 39, melden.

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