Malsburg-Marzell Große Lösung erwünscht

Der Bedarf an Krippenplätzen ist auch in Malsburg-Marzell groß. Nur dank einer Tagesmutter kann er gedeckt werden. Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Malsburg-Marzell (kn). Entscheiden sollte der Gemeinderat eigentlich über die ins Auge gefasste Antragstellung beim Ausgleichstock für den Umbau und die Erweiterung des Kindergartengebäudes in Marzell: Eine Aufstockung des Gebäudes wurde vielfach als Lösung angesehen.

Nach intensiver Diskussion auch unter Beteiligung der Mitarbeiterinnen des Kindergartens und Elternvertreterinnen rückt nun aber eine „große Lösung“ – ein kompletter Neubau – immer mehr in den Blickpunkt.

Dass die Sitzplätze bei der öffentlichen Sitzung wieder einmal kaum ausreichten, war diesmal wohl dem Umstand geschuldet, dass Eltern von Kindergartenkindern und die Mitarbeiter vollzählig ihr Interesse bekundeten.

Der Kindergarten sei mit den aktuellen und zu erwartenden Kinderzahlen deutlich überlastet, insbesondere im Blick auf die im Kindergarten stattfindende Betreuung von Schulkindern, sagte eingangs Bürgermeister Mario Singer.

Immer größer werde die Nachfrage nach Krippenplätzen, die Kapazitäten jedoch seien beschränkt. Für den zusätzlichen Bedarf gibt es die Tagesmutter Ruth Spreter. Sie bekam Gelegenheit, ihr Arbeitskonzept zu erläutern, und machte Vorschläge zur Schließung der Angebotslücke auf weitere Sicht.

Die Nachfrage nach Krippenplätzen ist groß

Ratsmitglied und Architekt Albert Gothe erläuterte mögliche Varianten zur Verbesserung des Raumangebots. Aktuell bieten zwei Container auf dem Kindergartenhof Raum für eine weitere Gruppe. Es gebe aber, wie Kindergartenleiterin Angelika Wagner unterstrich, zu wenig Platz für Kinder, Personal und Nebenräume. Gothe brachte eine mögliche Holzbau-Aufstockung ins Gespräch, die parallel zum laufenden Betrieb entstehen könne. Zum baulichen Zustand des bestehenden Gebäudes könnten nach Aussage des Experten ohne nähere Untersuchungen nur schwer Aussagen gemacht werden.

Auf der Grundlage einer großzügigen räumlichen Situation im Außenbereich könnte aber auch ein Neubau geprüft werden, insbesondere unter Berücksichtigung möglicher langfristiger Kosten für die Sanierung des Altbaus und der Belastungen durch parallel zum laufenden Kindergartenbetrieb erforderliche Ausbauarbeiten.

Dass ohne Vorliegen einer konkreteren Planung überhaupt ein Zuschussantrag für den Ausgleichstock möglich sei, im Gespräch war eine Antragssumme von einer Million Euro, bezweifelten insbesondere die Ratsmitglieder Dierk Kilchling und André Hintenaus.

Fördermöglichkeiten für Neubau noch unklar

Maren Spencer als Mitglied des Elternbeirats mahnte die Schaffung eines breiten Angebots im Vorschulbereich an, denn die Gemeinde müsse attraktive Angebote auch für jüngere Familien mit Kindern haben, um Anreize zum Wohnen in der Berggemeinde zu schaffen.

In der Diskussion schälte sich heraus, dass die große Lösung mit einem Kindergartenneubau langfristiges Entwicklungsziel sein wird. Grundlagen für eine so wesentliche Entscheidung müssten in allernächster Zeit geschaffen, alle Zuschussmöglichkeiten ausgelotet werden.

Derzeit läuft eine Elternbefragung, von der man sich weitere Aufschlüsse über die zu erwartende Entwicklung erhofft. „Der Staat will ja den Ausbau der Vorschulerziehung, dann muss er auch dafür bezahlen“, meinte Kilch-ling. Der geplante Ausbau der Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich soll ebenfalls mit ins Auge gefasst werden.

Jetzt soll geprüft werden, ob auch die Entwicklung von Planungskonzepten über den Ausgleichstock bezuschusst werden kann. Nicht vergessen werden sollte dabei, die Verlängerung für die Containerlösung zu beantragen, mahnte Pfarrerin Susanne Roßkopf an. Die Kirchengemeinde am Blauen ist Kindergartenträger, wenn auch die Gemeinde Eigentümer des Gebäudes geworden ist.

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