Malsburg-Marzell Haushaltslage nur leicht besser

Rolf-Dieter Kanmacher
In die Wasserversorgung in Malsburg-Marzell muss im nächsten Jahr investiert werden. Foto:  

Die Berggemeinde hat 2024 wieder ein negatives Ergebnis im Haushalt zu bewältigen.

Der Fehlbetrag im Ergebnishaushalt in Höhe von 58 100 Euro lässt sich durch die strukturelle Finanzschwäche der Gemeinde Malsburg-Marzell begründen. Unter anderem komme dazu, dass die Kreisumlage gegenüber 2023 kräftig steige, heißt es.

Weiter auf der Ausgabenseite fällt ins Gewicht, dass eine erste Rate für den Flächennutzungsplan in Höhe von 50 000 Euro zu veranschlagen ist und eine freiwillige zusätzliche Stelle im Kindergarten Marzell 40 000 Euro kostet. Dort sind auch die Mietkosten für den Container zu berücksichtigen.

Gemeinde plant elf investive Maßnahmen

Der investive Finanzhaushalt umfasst elf Einzelmaßnahmen, die größtenteils über Kredite finanziert werden müssen. Hierin befinden sich Investitionen in die Wasserversorgung, die Abwasserbeseitigung, die Feuerwehr und den Bauhof. Der veranschlagte Finanzierungsbedarf beträgt 263 500 Euro. Bei den Haushaltsberatungen wurde über die vorgesehenen Maßnahmen auf Antrag von Ratsmitglied Dierk Kilchling jeweils einzeln abgestimmt.

Mit wenigen Ausnahmen gab es für die vorgesehenen Projekte jeweils eine einstimmige Zustimmung. Länger diskutiert wurde nur über die Ersatzbeschaffung eines Teleskopladers für den Bauhof, letztlich wurde aber auch diese Beschaffung als notwendig befürwortet.

Weiter sind für die Umstellung der Feuerwehr auf Digitalfunk 35 000 Euro veranschlagt. In die Erneuerung des Rohrnetzes (in Verbindung mit einer Straßensanierung) sollen etwa 50 000 Euro investiert werden. Mit Kosten von knapp 70 000 Euro rechnet man für Investitionen in die Hochbehälter und die Kläranlagen. So muss beispielsweise ein Ablaufrohr zur Kander in der Kläranlage Malsburg vergrößert werden, da bei Starkregen die Kläranlage „überläuft“.

Ein (Allrad)-Dienstfahrzeug für den Wassermeister für Fahrten zu den verstreut im Wald liegenden Hochbehältern würde zusätzliche Kosten von etwa 25 000 Euro für den Haushalt bedingen.

Kreditaufnahme erhöht sich durch Darlehen

Die Investitionssumme kann nur durch eine Kreditaufnahme finanziert werden. Weiter muss der Gemeinderat noch entscheiden, für welche Maßnahme ein Ausgleichstockantrag gestellt werden soll. Zudem stehen Tilgungsausgaben in Höhe von 74 500 Euro zur Auszahlung an. Es sind demnach noch Einsparungen vorzunehmen. Es wurde betont, dass bei der Mittelbewirtschaftung Vorrang haben muss, auch zukünftig die kommunale Autonomie der Gemeinde Malsburg-Marzell zu bewahren. Der Schuldenstand beträgt zum Jahresende 2023 rund 933 800 Euro. Darin eingerechnet ist eine Kreditermächtigung in Höhe von 217 000 Euro. Kommen die für 2024 geplanten Darlehen hinzu, betrüge der Schuldenstand Ende Dezember 2024 etwa 1,12 Millionen Euro.

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