Malsburg-Marzell Herausfordernde Haushaltsberatungen

Der Gemeinde Malsburg-Marzell steht ein schwieriges Haushaltsjahr bevor.Foto: sba Foto: Weiler Zeitung

Malsburg-Marzell (ag). Der Gemeinde Malsburg-Marzell steht ein schwieriges Haushaltsjahr bevor. Die Corona-Pandemie bringt wie überall Ertragsausfälle mit sich, insbesondere beim Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, die Kreisumlage wird voraussichtlich von 32,1 auf 32,7 Prozent steigen und die Schlüsselzuweisungen fallen geringer aus.

Ein ausgeglichener Ergebnishaushalt ist daher nicht möglich. Aus geplanten Erträgen in Höhe von rund 3,3 Millionen Euro und geplanten Aufwendungen in Höhe von 3,8 Millionen Euro ergibt sich im ersten Haushaltsplanentwurf ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 557 000 Euro.

Teil-Lockdown-Folgen fehlen

„Die erforderlichen anstehenden Sanierungsmaßnahmen werden den Haushalt 2021 bestimmen“, betonte Bürgermeister Mario Singer im Gemeinderat. Allein die Tilgungsausgaben für Kredite summieren sich auf 70 200 Euro. Fast 2,5 Millionen Euro kosten voraussichtlich die noch nicht umgesetzten Maßnahmen wie das Baugebiet Seltenacker (1,2 Millionen Euro) oder der Neuanschluss der Riedern-Quelle (727 000 Euro).

Rechnungsamtsleiter Benedikt Merkel sprach von einem bedenklichen Finanzierungsmittelbedarf in Höhe von 471 300 Euro. Dies bedeutet, dass ein Rückfluss aus dem investiven Bereich erfolgen muss. Erschwerend hinzu kommt, dass die Folgen des aktuellen Teil-Lockdowns im Planentwurf noch nicht berücksichtigt wurden. Die November-Steuerschätzung steht noch aus.

Maßnahmen stehen noch an

Die vorhandene Liquidität liegt bei rund 755 000 Euro. Doch es stehen bereits einige Maßnahmen zur Umsetzung an: Dazu gehören zum Beispiel Verbesserungen bei der Wasserversorgung für insgesamt 734 000 Euro, für die ein Zuschuss in Höhe von 559 400 Euro fließen wird, der Straßenunterhalt, der mit 170 000 Euro bezuschusst wird, sowie die Erstellung eines Flächennutzungsplans (28 000 Euro).

Hilfspaket benötigt

Nach Abzug aller fest eingeplanten Ausgaben bleiben Merkel zufolge gerade mal 213 500 Euro, die jetzt noch zu verteilen sind. Der Neubau der Brücke Talstraße zum Bauhof ist im Haushaltsplanentwurf noch nicht enthalten (wir haben berichtet).

„Die Gemeinde steht mit dem Rücken zur Wand – wie überall“, erklärte Merkel. Es müsse weitere Hilfszahlungen geben. Mit entsprechenden Zusagen rechnet er jedoch erst nach der Landtagswahl am 14. März.

Erfreulich, aber letztlich unerheblich für das Gesamtbild des Haushalts: 2021 wird erstmals ein Faktor für Flächengemeinden bei den Zuweisungen mit eingerechnet. Davon wird auch Malsburg-Marzell ein wenig profitieren. Besser wird es im Haushaltsjahr 2022. Bis dahin soll der Betrag für die Flächengemeinden noch einmal verdoppelt werden. „Ein Umdenken ist da“, meinte der Kämmerer.

Die Haushaltsberatungen werden für den Gemeinderat nun herausfordernd werden.

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