Malsburg-Marzell Herausforderung Naturschutz

Blick vom Sportplatz Malsburg auf die geplanten Windkraftanlagen auf dem Wasen. (Fotomontage) Foto: Windkraft Schonach

Malsburg-Marzell - Auf dem Höhenkamm von Wildsberg, Wasen und Hohe Stückbäume sind Windkraftanlagen geplant. Das Vorkommen von Rotmilan, Wespenbussard sowie Wasserquellen stellt die Planer des Windparks jedoch vor Herausforderungen. Wir haben uns bei Markus Wanckel von der Windkraft Schonach nach der aktuellen Planung erkundigt.

Die Windkraft Schonach begann 2017 mit der Projektplanung, nachdem Messungen mit einem Lidar-Lasermessgerät ausreichende Windgeschwindigkeiten ergeben hatten. Die Windkraft Schonach ist ein Tochterunternehmen der RES Deutschland GmbH. Sie übernahm die Planung für den Windpark, nachdem sich die Firma WPD im Jahr 2015 aus dem Projekt zurückgezogen hatte.

Der Windpark tangiert die Gemarkungsflächen der Gemeinden Malsburg-Marzell, Steinen, Kandern sowie Kleines Wiesental.

Um die Lidar-Messungen zu überprüfen, wollte die Windkraft Schonach (WKS) 2018 einen Windmessturm errichten, um nochmals über zwölf Monate die Windgeschwindigkeiten zu messen, bevor ein Genehmigungsverfahren eingeleitet wird.

Der aktuelle Stand

Zur aktuellen Planung erläutert Markus Wanckel, Projektleiter der Windkraft Schonach, dass derzeit von weniger als sieben Anlagen ausgegangen werde. „Ich gehe von bis zu fünf Anlagen aus,“ so der Projektleiter.

Wo sich diese genau befinden werden, kann Wanckel zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Im geplanten Gebiet wurden Rotmilane und Wespenbussarde gesichtet – beides sind streng geschützte und „windkraftempfindliche“ Vogelarten. „Im Moment gehen wir davon aus, dass sich etwa fünf bis sechs Reviere des Rotmilan im Umkreis des Windparks befinden.

Die Planungen müssen an das Vorkommen und die Raumnutzung der Greifvögel angepasst werden. Die Anlagen sollen an Standorten positioniert werden, die möglichst wenig überflogen werden und trotzdem eine hohe Windhöffigkeit aufweisen.

Bei den Vermeidungsmaßnahmen hofft Wanckel auf neueste Entwicklungen, mit denen Flugbahnen mit Hilfe von Videokameras und Software ermittelt werden, um Kollisionen zu verhindern. Diese Technik wird derzeit noch erforscht.

Erst wenn mögliche Standorte für die Windkraftanlagen feststehen, soll der Windmessturm installiert werden. Laut Wanckel wird das vermutlich in diesem Jahr nicht mehr der Fall sein. Zusätzlich zu Gutachten zu Naturschutz, Windhöffigkeit und Wasserschutzzonen wird der Verlauf der Netztrasse sowie die Erschließung des Windparks über Bestandswege geklärt.

Anlagen werden größer

Rasant ist in den letzten Jahren die Technik vorangeschritten. Ging man 2013 bei der Erstellung des Teilflächennutzungsplans von Anlagen mit 135 Metern Nabenhöhe und 127 Metern Rotordurchmesser aus, plante die Windkraft Schonach mit einer Nabenhöhe von 149 Metern und rund 140 Meter Rotordurchmesser. Der aktuelle Stand liegt jetzt bei bis zu 160 Metern Nabenhöhe und einem Rotordurchmesser von 140 bis 150 Metern.

Zu den Wasserquellen

Auf dem Höhenrücken Wildsberg-Stühle-Schlöttleberg-Federlisberg sind Wasserschutzgebiete der Zonen I und II bis in die Kuppenlagen ausgewiesen. Die Quellen am Wambacher Wasen befinden sich auf Endenburger Gemarkung, weitere Quellen liegen auf Malsburger Gemarkung.

Die Wasserrechte an den Quellen besitzt der Zweckverband Hohlebach-Kandertal, der das Wasseraufkommen zu 30 Prozent aus Quellwasser bezieht.

Bezüglich der Quellen erklärt Wanckel, dass die Standorte der Anlagen außerhalb der besonders empfindlichen Schutzgebiete liegen. Ziel der Planung sei es, dass der Bau keine negativen Einflüsse auf Schüttungsmenge und Wasserqualität hat. „Wir werden hier eng mit den zuständigen Behörden zusammenarbeiten, da wir uns der Bedeutung der Wasserquellen sehr bewusst sind,“ erklärt Wanckel.

Wie geht es weiter?

Bis alle Daten der verschiedenen Gutachten ausgewertet sind, können sich noch zahlreiche Änderungen ergeben. Die finalen Standorte der Windräder sollen deshalb erst kurz vor Einreichung des Genehmigungsantrags festgelegt werden. Der Projektleiter rechnet damit, dass der Genehmigungsantrag Mitte 2020 gestellt wird.

Nach dem Bau sollen die Windräder an die Genossenschaften EWS, BEGS und Bürgerwindrad Blauen verkauft werden.

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