Malsburg-Marzell Kooperation bei Wasserversorgung

In Zukunft soll das Pumpwerk Riedern die Gemeinde Malsburg-Marzell mit Trinkwasser versorgen. Doch das Pumpwerk ist sanierungsbedürftig. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde jetzt die Firma „Orth & Schörling“ mit der Maßnahme beauftragt.

Von Alisa Eßlinger

Malsburg-Marzell. Damit das Pumpwerk Riedern in Zukunft die Gemeinde Malsburg-Marzell mit Trinkwasser versorgen kann, musste zuvor die Nutzungserlaubnis geklärt werden. Dafür wurde eine Vereinbarung mit der „Kur +Reha“-Fachklinik getroffen, die ein Anrecht auf das Pumpwerk besitzt. Diese Vereinbarung erlaubt die gegenseitige Unterstützung bei der Wasser- und Löschwasserversorgung.

Dazu gehört, dass das Wasser aus den Meierkopfquellen in das Pumpwerk geleitet werden darf und dass die Freiwillige Feuerwehr Malsburg-Marzell das Recht hat, das Wasser aus der Löschwasserversorgung der Fachklinik zu verwenden. Im Gegenzug übernimmt die Gemeinde die Kosten der erforderlichen Maßnahmen sowie die Betriebskosten. Die Vereinbarung wurde bereits von der Fachklinik Kandertal unterzeichnet.

Grund für das Interesse der Gemeinde an dem Pumpwerk Riedern sind die vorangegangenen extremen Trockenjahre 2003, 2015 und 2018. Stefan Scheurer vom Ingenieurbüro „Himmelsbach + Scheurer“ stellte das Vorhaben vor. Bei der Untersuchung des Pumpwerks haben sich einige Schäden am Gebäude gezeigt.

Wassertransportweg klären

Vor allem die Dichtungsschicht, die aus PCB besteht und organische Langzeitschäden verursacht, muss im Zuge der Sanierung erneuert werden. Um dies zu ermöglichen, wird die PCB-Schicht abgetragen, erklärte Scheurer. Danach müssen die Wände abgestrahlt und eine neue Dichtungsschicht aufgetragen sowie Öffnungen für die Verrohrung hergestellt werden.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten müsste zudem noch die hydraulische und elektrische Ausrüstung vom Pumpwerk ersetzt (alte Pumpanlage durch ein Doppelpumpwerk) sowie die Verbindungsleitung vom Pumpwerk bis zum Steuerschacht Grabenbuck ermöglicht werden. Letztere könnte mit der baulichen Ertüchtigung des Pumpwerks parallel verfolgt werden. Insgesamt würden beide Maßnahmen etwa zwei Monate dauern.

Außerdem müsste bei dem Steuerschacht Grabenbuck entschieden werden, wohin das Wasser künftig geleitet werden soll. Entweder könnte das Trinkwasser westlich nach Marzell oder östlich über Kaltenbach nach Malsburg fließen.

Kosten wegen PCB erhöht

Die Beschichtungsarbeiten am Pumpwerk Riedern wurde beschränkt ausgeschrieben. Von drei Bietern haben zwei ihr Angebot fristgerecht abgegeben. Die Firma „Orth & Schöpflin“ war mit Kosten von etwas mehr als 147 000 Euro am wirtschaftlichsten.

Aufgrund der Beschichtungsarbeiten mit Bearbeitung, Behandlung und Entsorgung der PCB-haltigen Schicht hätten sich laut Scheurer die Kosten der Sanierung deutlich erhöht. Jedoch kann für die Maßnahme ein zusätzlicher und ergänzender Förderantrag gestellt werden, den die Gemeinde bereits eingereicht hat. Mithilfe der Förderung für die Transportleitung vom Pumpwerk Riedern zum Steuerschacht Grabenbuck müsste die Gemeinde von den gesamten Kosten nur noch 20 Prozent also rund 29 500 Euro tragen.

Weitere Maßnahmen

Weitere Maßnahmen, die im Zuge der Trinkwasserversorgung ergriffen werden müssen, sind unter anderem der Neubau der Hochbehälter Höfe, da diese schwierig baulich zu erweitern seien. Außerdem müsse das Prozessleitsystem kontrolliert werden, damit während der Ableitung der Wasserverlust nicht zu stark ist, hieß es.

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