Malsburg-Marzell Landwirte mit Weidesaison zufrieden

Rolf-Dieter Kanmacher
Von Abtriebskoppeln aus werden die Weidetiere auf die Fahrzeuge der Eigentümer verladen und kehren heim ins Tal. Foto: Rolf-Dieter Kanmacher

Im Oberen Kandertal ist am Samstag mit dem Viehabtrieb in Kaltenbach, Lütschenbach und Marzell die Weidesaison 2023 offiziell zu Ende gegangen. Vereinzelt sind noch einige Rinderherden auf privaten Weiden zu sehen.

In Vogelbach, wo es keinen Weideverband als Organisation mehr gibt, war eine Woche früher bereits der Abtrieb erfolgt. Das Weidevieh auf den Hochweiden, mehrheitlich betreut von örtlichen Weideverbänden, sorgt zuverlässig dafür, dass das Obere Kandertal nicht verwaldet sowie der Wechsel von Wald und Wiesen erhalten bleibt.

Kein Abtriebstermin im Oberen Kandertal

„Ohne die Weiden wüchse uns der Wald zum Fenster hinein!“ verdeutlichte es vor Jahren drastisch der damalige Bürgermeister Fritz Breh. Einen einheitlichen ganz offiziellen „Abtriebstermin“ gibt es in der Gemeinde nicht: Angepasst an den unterschiedlichen Grasbestand in den Weidegebieten endet die Saison unterschiedlich. Die Gemeinschaften passen sich immer mehr den Wünschen und Möglichkeiten der Landwirte aus der Ebene an.  

Übereinstimmend sprechen die Vorsitzenden der drei Verbände, Andreas Ernst (Kaltenbach), Florian Lindemer (Marzell) und Manfred Leuger (Lütschenbach) rückblickend von einem durchaus zufriedenstellenden Weidejahr 2023. Dank der Niederschläge war trotz einer kurzen Trockenperiode der Graswuchs bis zum Ende gut, und es gab ausreichend Futter für die Tiere. Mit 167 Tagen war es beispielsweise in Marzell eines der längsten Weidejahre seit langem.

Nicht unbedingt so bäuerlich-romantisch  wie in Gebieten, wo das Weidevieh bekränzt ins Tal getrieben wird, ging es im Oberen Kandertal zu. Die Weidetiere werden aus den Abtriebskoppeln meist direkt auf die Viehanhänger ihrer Besitzer verladen, die als sogenanntes „Gastvieh“ fast ausnahmslos aus der Ebene kommen.

Die Zusammenarbeit mit den auswärtigen Landwirten wird seit Jahren als vertrauensvoll und gut bezeichnet, diese schätzen die zumeist ehrenamtliche Arbeit der Weideverbände und ihrer zahlreichen Helfer sehr. Auf das Wiegen der Tiere wurde auch in diesem Jahr wieder verzichtet, vor allem auch, um die Tiere nicht zu beunruhigen.

Mit gemeinsamem Hock wird Arbeit beendet

41 auswärtige Weidetiere zählte man dieses Jahr in Marzell, 60 in Kaltenbach und 35 in Lütschenbach, wo sogar fünf Kälbchen auf den Weiden das Licht der Welt erblickten. Der Tag des Weideabtriebs ist für die Verantwortlichen, die Weidewarte und ihre Helfer, die das ganze Jahr über ihre Arbeit für eine geringe Entschädigung verrichten, auch ein Höhepunkt im Jahr, der gebührend gefeiert wird. So gab es nach getaner Arbeit überall wieder  einen gemütlichen und zumeist ausdauernden Abschlusshock.

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