Malsburg-Marzell „Mutter Courage der Winzlinge“ stellt Arbeit vor

Ruth Spreter, Tagesmutter und in Malsburg-Marzell tätig, würde sich über Unterstützung freuen.Foto: Adrian Steineck Foto: Weiler Zeitung

Malsburg-Marzell (ads). Als „Mutter Courage der Winzlinge“ begrüßte Bürgermeister Mario Singer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Ruth Spreter. Die Tagesmutter gab Auskunft über ihre Arbeit und plädierte dafür, die Kindertagespflege in der Berggemeinde durch eine zweite Fachkraft und entsprechende Räumlichkeiten auszubauen. Sie wolle dies in enger Abstimmung mit dem Kindergarten „Schwalbennest“ tun und wolle keinesfalls in Konkurrenz zu diesem treten.

Spreter, selbst Mutter von fünf Kindern, betreut die Kleinen im Alter von einem Jahr bis zum Eintritt in den Kindergarten. Sie erfüllt damit eine rechtliche Verpflichtung, denn jede Gemeinde muss eine Betreuungsmöglichkeit für Kinder ab dem ersten Lebensjahr anbieten. „Die Eltern haben einen Rechtsanspruch darauf“, schilderte sie die Ausgangslage.

Bisher stemmt Spreter diese Aufgabe im Alleingang. An 20 Stunden in der Woche betreut sie halbtags bis zu fünf Kleinkinder. Seit es im Kindergarten „Schwalbennest“ aber eine Gruppe für Kinder ab zwei Jahren gibt, würden die meisten Eltern ihr Kind bereits nach einem Jahr bei der Tagesmutter direkt in den Kindergarten schicken. „Das ist für die Kinder in diesem Alter schwierig, denn kaum haben sie sich an eine Bezugsperson gewöhnt, kommt wieder eine Neue“, legte Spreter dar.

Kosten spielen eine Rolle

Nicht zuletzt die Kosten würden die Eltern zu diesem Schritt veranlassen. So kostet die Halbtagsbetreuung bei ihr rund 480 Euro im Monat, für einen Kindergartenplatz sind etwa 300 Euro zu bezahlen. Von der Gemeinde bezuschusst wird die Betreuung von Kleinkindern nur bis zum zweiten Lebensjahr, da die Kommune hier verpflichtet ist, bis zu diesem Alter eine Betreuungsmöglichkeit anzubieten. Der Zuschuss der Gemeinde beträgt drei Euro pro Stunde, bei 80 Stunden im Monat also 240 Euro, wie Spreter auf Nachfrage aus dem Gemeinderat erläuterte. Spreter ist als Selbstständige tätig. Einen Teil ihrer Bezahlung erhält sie vom Landratsamt, den Rest müssen die Eltern selbst bezahlen.

Nachfrage nimmt zu

Aufgrund der steigenden Nachfrage trat sie dafür ein, dass die Voraussetzungen für eine zweite Tagesmutter geschaffen werden. „Ich würde liebend gerne mit einer Kollegin zusammenarbeiten“, sagte sie. Männer würden diesen Beruf kaum ergreifen. Die Ausbildung zur Tagesmutter dauert ein Jahr, der nächstmögliche Ausbildungsbeginn sei im Oktober, so dass hier bei Interesse von Seiten der Gemeinde relativ rasch gehandelt werden könne.

Spreter fragte die Verwaltung und die Gemeinderäte auch, wo diese denn die Möglichkeit sähen, entsprechende Räume für die Betreuung der Kinder zur Verfügung zu stellen. „Sie sitzen mitten drin“, sagte einer der Teilnehmer an der Ratssitzung, die aufgrund der Corona-Abstandsregeln im Bürgerhaus Edenbach stattfand. Bürgermeister Singer bekräftigte, dass er es schätzen würde, wenn jemand Weiteres sich für den Beruf der Tagesmutter interessiere.

Fragen der Gemeinderäte

Einer der Gemeinderäte wollte wissen, wie es mit den eigenen Kindern sei, die naturgemäß dem Alter der betreuten Kleinkinder immer mehr entwachsen. „Ihnen würde etwas fehlen, wenn ich die Betreuung nicht mehr machen würde“, machte Spreter deutlich und betonte, dass ihre Kinder, als sie selbst im Alter der Betreuten waren, diese als Geschwister empfunden hätten.

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