Malsburg-Marzell Vereinsarbeit im Fokus des Rats

Rolf-Dieter Kanmacher
Ehrenamt statt Kommunalpolitik: Um die wertvolle Vereinsarbeit abzusichern, wird in Malsburg-Marzell eine Veranstaltung mit einem Anwalt für Vereinsrecht gewünscht. Foto: Pixabay

Nach einem Schwenk im Gemeinderat ist eine VHS-Veranstaltung in Malsburg mit dem Förderprogramm „Miteinander Reden“ geplant – jedoch nicht über Kommunalpolitik, sondern zum Ehrenamt.

Bereits in der Januar-Sitzung des Gemeinderats hatte Kanderns VHS-Leiterin Christina Fräulin das Förderprogramm „Miteinander Reden“ vorgestellt. Nach einer erfolgreichen Bewerbung erhält die VHS im Rahmen des Projektes 10 000 Euro von der Bundeszentrale für Politische Bildung. Als mögliche Veranstaltung im Rahmen des Projekts im Oberen Kandertal hatte die VHS-Leiterin auf Grundlage der Gespräche im Januar nun dem Gemeinderat eine „Lebhafte Talk-Runde mit Kommunalpolitikern“ nach dem Motto „Kommunalpolitik verstehen – Kommunalpolitik nutzen“ mit Tonio Paßlick als Moderator vorgeschlagen.

Zum vorgeschlagenen Thema gab es in der Februar-Sitzung aber im Gemeinderat mehrere ablehnende Meinungsäußerungen. „Bringt uns das was?“ fragte Manfred Wetzel. Dierk Kilchling bezweifelte grundsätzlich die Notwendigkeit einer solchen Veranstaltung. Gerade im Blick auf die im nächsten Jahr anstehenden Kommunalwahlen gab es auch Befürworter: Man könne Lokalpolitik über eine solche Veranstaltung transparenter machen und eventuell Kandidaten für die Wahl gewinnen, wurde geäußert. Ulrike Richter sah eine derartige Talk-Runde durchaus sinnvoll. Hans-Peter Oßwald meinte, wer an Kommunalpolitik interessiert sei, werde auch kommen.

Zur von André Hintenaus – er sah sich eher an einen „Tupper-Ware-Abend“ erinnert – aufgeworfenen Frage der Kosten verwies Christina Fräulin auf die mit nur etwa 200 Euro veranschlagten geringen Moderationskosten.

Eine andere Richtung nahm die Diskussion, als Karlheinz Beyerle vorschlug, sich im Rahmen der geplanten Veranstaltung dem Thema Vereinsarbeit zu widmen. Auch befänden sich private Veranstalter von kulturellen Veranstaltungen stets in einer „juristischen Grauzone“. Beyerles Vorschlag fand Zustimmung, zumal auch grundsätzliche Sorgen um die für eine Gemeinde wie Malsburg-Marzell so wichtige ehrenamtliche Arbeit in Vereinen und Verbänden laut wurde.

VHS-Leiterin Fräulin setzt nun darauf, bis zur nächsten Sitzung auch nach Rücksprache mit Tonio Paßlick ein schlüssiges Konzept für eine derartige Veranstaltung vorlegen zu können. Angesprochen wurde auch eine mögliche und wünschenswerte Teilnahme eines Fachmanns für Vereinsrecht, im Idealfall eines Fachanwalts.

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