Malsburg-Marzell „Verkraftbare“ Nachzahlung

Der Kindergarten „Schwalbennest“ in Malsburg-Marzell war Thema im Gemeinderat. Foto: Rolf-Dieter Kanmacher

Malsburg-Marzell - Eine Nachzahlung in Höhe von 118 794 Euro für das Jahr 2018 an die evangelische Kirchengemeinde Am Blauen kommt auf die politische Gemeinde zu: zum größeren Teil für den Betrieb des Kindergartens „Schwalbennest“ in Marzell, zum kleineren Teil für die dort durchgeführte Schulkindbetreuung.

Der Gemeinderat stimmte in seiner Sitzung dieser überplanmäßigen Ausgabe zu, die nun den Haushalt 2019 belasten wird.

Grund für diese Mehraufwendung ist vor allem die vierte Kindergarten-Gruppe, die im vergangenen Jahr aufgrund der erhöhten Kinderzahlen eingerichtet werden musste.

Diese zusätzliche Gruppe fand in zwei angemieteten Containern auf dem Hof Platz: Die Erweiterung ging mit der Einstellung von zusätzlichem Fachpersonal einher, wodurch auch Mehraufwendungen im laufenden Betrieb entstanden.

Keine Anpassung der Abschlagszahlungen

Bei den im Jahr 2018 von der politischen Gemeinde regelmäßig geleisteten Vorauszahlungen an die Kirchengemeinde waren die erforderlichen Anpassungen nicht erfolgt, es waren also im Jahr 2018 lediglich Abschlagszahlungen in Höhe von insgesamt 240 000 Euro geleistet worden.

Nach der Abrechnung, die dem Gemeinderat vorgelegt wurde, beliefen sich im Jahr 2018 die Gesamtausgaben für den Kindergarten auf 476 947 Euro bei Gesamteinnahmen in Höhe von 125 239 Euro. Größte Einnahmeposten (neben den Abschlagszahlungen der Gemeinde) waren die Elternbeiträge (91 706 Euro) und eine kirchliche Zuweisung (21 739 Euro).

Insgesamt ergab sich ein von der Gemeinde auszugleichendes Defizit in Höhe von 351 708 Euro und damit, die Abschlagszahlungen eingerechnet, eine Nachzahlung in Höhe von 111 708 Euro.

Dazu kommt, entsprechend eines Beschlusses des Gemeinderats, die 100-prozentige Defizitübernahme bei der Schulkindbetreuung, die ebenfalls vom Kindergartenpersonal übernommen wird. Hier standen Ausgaben von 21 427 Euro Einnahmen von 14 341 Euro (Elternbeiträge 5064 Euro und Landeszuschüsse 9277 Euro) gegenüber, das von der Gemeinde zu tragende Defizit lag demzufolge bei 7086 Euro.

Bürgermeister Mario Singer stufte die im laufenden Jahr kassenwirksame Mehrbelastung im Blick auf die aktuelle Finanzlage der Gemeinde als durchaus „verkraftbar“ ein. Vor allem die gestiegenen Personalkosten hätten zu den Mehrausgaben geführt, erläuterte er. Pfarrerin Susanne Roßkopf konnte für den Träger zu Detailfragen Stellung beziehen.

Im Gemeinderat gab es keine Einwände gegen die Ausgaben, hatte man doch der Einrichtung der vierten Gruppe im Jahr 2017 mit Nachdruck zugestimmt, nicht zuletzt mit Blick darauf, Familien mit Kindern in der Gemeinde zu halten.

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