Malsburg-Marzell Viele Fragen an den Ausschuss

Das Schlachthaus in Wies im ehemaligen Schulhaus nutzen auch Landwirte aus der Berggemeinde. Foto: Rolf-Dieter Kanmacher

Malsburg-Marzell - Die Gemeinde Malsburg-Marzell will der Weidegemeinschaft Wies einen Zuschuss für die Investitionskosten 2018 für das dortige Schlachthaus gewähren. Sehr viel schwerer tat sich der Gemeinderat am Montagabend beim Entschluss, dem Honorarangebot für die Erstellung eines Landschaftsplans im Zuge der Erstellung des Gemeinsamen Flächennutzungsplans mit der Stadt Kandern zuzustimmen.

Das Schlachthaus im ehemaligen Wieser Schulhaus wird auch stark von Landwirten aus der Berggemeinde, vorwiegend aus Marzell, genutzt. Der von den Räten bewilligte Zuschuss beläuft sich auf 1467 Euro. Der Betrag entspreche einem Viertel der im Jahr 2018 angefallenen Investitionskosten, erläuterte Bürgermeister Mario Singer, und damit dem Anteil der Schlachtungen von Landwirten aus Malsburg-Marzell. Erforderlich geworden seien unter anderem Ersatzbeschaffungen für ein Kühlaggregat und verschiedene gesetzlich vorgeschriebene Umbaumaßnahmen. Weiter wurde ausgeführt, dass die Gebühren für die Benutzung des Schlachthauses niedrig angesetzt seien und die Investitionskosten nicht abdeckten. In Malsburg-Marzell selbst ein eigenes Schlachthaus zu installieren, sei betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll.

Strittiger Punkt in der intensiven Debatte über das Honorarangebot des Büros der Landschaftsarchitektin Anne Pohla für die Erstellung des Landschaftsplans war hier vor allem neben dem generell als hoch beurteilten Kostenaufwand für die Planung die Verteilung der Kosten zwischen der Stadt Kandern und der Berggemeinde. Der bisher übliche Verteilungsschlüssel von 80 Prozent Kostenübernahme von Kandern und 20 Prozent von Malsburg-Marzell soll nämlich nicht mehr zum Tragen kommen. Das Angebot des Büros Pohla schließt bei einer Summe von 260 000 Euro ab, wenn alle potenziellen Flächen komplett ausgewertet werden.

Abgerechnet werden soll beim Projekt Landschaftsplanung stärker aufwandsbezogen, nicht nur im Blick auf die Größe der Gemeindeflächen (Kandern mit Ortsteilen 8700 Hektar, Malsburg-Marzell 2490 Hektar), vor allem aber im Blick auf die zu untersuchenden Flächen.

Vertagung wird verworfen

Eine im Raum stehende Vertagung wurde schließlich verworfen, auch im Blick darauf, dass man die „wichtige Weichenstellung für die künftige Entwicklung der Gemeinde“ (Bürgermeister Singer) nicht hinauszögern wolle und sich dann gegebenenfalls das neue Ratsgremium in die schwierige Thematik erst einarbeiten müsste.

Bei der Gegenstimme von André Hintenaus wurde dem Honorarangebot zugestimmt, zur Kostenfrage- und Verteilung erwartet man sich weiteren Aufschluss nicht zuletzt von der heutigen Sitzung des gemeinsamen Ausschusses.

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