Malsburg-Marzell Wasser, Wohnraum und Verkehr

Rainer Stickelberger (Zweiter von links) bei seinem Besuch in Malsburg-Marzell Foto: zVg Foto: Weiler Zeitung

Die gesicherte Trink- und Löschwasserversorgung ist eines der großen Themen, denen sich die Gemeinde Malsburg-Marzell in den kommenden Jahren widmen muss und auch will.

Malsburg-Marzell. Aber auch die Themen Bauen, Wald und die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr diskutierten Bürgermeister Mario Singer, sein Stellvertreter Manfred Wetzel, Gemeinderat Karl-Heinz Beyerle sowie Mathias Wehrlin und Helga Althauser vom SPD-Ortsverein mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger bei dessen Besuch in der Berggemeinde.

„Ohne unser Verbundsystem wären wir schon am Ende“, verdeutlichte Wassermeister Bernd Wehrle vor Ort beim Hochbehälter Kaltenbach den Ernst der Situation. Von den 60 Quellen sind 38 erschlossen und miteinander vernetzt. Drehscheibe der Wasserversorgung sind die Hochbehälter.

Seit dem heißen Sommer 2003 mit langer Trockenheit sei jedoch ein deutlicher Wasserabfall spürbar. Die Schüttmengen sind angesichts geringerer Niederschläge stetig zurückgegangen.

Die Versorgung sei, sagte Bürgermeister Singer, noch nicht akut gefährdet, die Situation verlange aber von der Gemeinde zielgerechtes Handeln. Geplant sei daher, neue Quellen in das System einzubinden, was aber „eine große finanzielle Belastung bedeutet“. Zudem befürchtet Matthias Wehrlin „werden wir auch damit irgendwann an Grenzen stoßen“.

Der Klimawandel, meinte Stickelberger, „hat uns eingeholt – auch in der intakten Natur des oberen Kandertals“. Das gilt auch für den Wald, dem die lange Trockenheit ebenfalls deutlich spür- und sichtbar geschadet hat. Schon jetzt mache man „ein „Nullgeschäft“ (Wehrlin), mittelfristig rechnet er gar mit einem Minus.

Baugenehmigungen nur schwer erhältlich

Ein weiteres Problem, dass in der Diskussionsrunde im Rathaus angeschnitten wurde, sind Bauplätze für einheimische Familien und Gewerbeflächen. „Stillstand bedeutet hier Rückschritt, verdeutlichte Bürgermeister Singer. Obwohl 98 Prozent der Gemeindefläche nicht bebaut sei, würde alles dem Landschaftsschutzgebiet untergeordnet, Baugenehmigungen sind schwer zu erhalten.

„Eine Käseglocke über Malsburg-Marzell“ will auch Stickelberger nicht. Er bat den Bürgermeister, ihn bei Problemen mit dem Flächennutzungsplan einzuschalten.

„Beim Nahverkehr sind wir Entwicklungsland“, kritisierte Helga Althauser. Der letzte Bus von Kandern fahre um 19 Uhr. Kaltenbach, Lütschenbach, Vogelbach und Käsacker seien gar nicht angebunden. Wegen der Ausrichtung der Gemeinde nach Müllheim müsse auch diese Verbindung verstärkt werden. Wichtig sei es, war man sich einig, zunächst die Kandertalbahn zu reaktivieren und dann für den Anschluss des oberen Kandertals zu sorgen. Zudem müssten sich die Landkreise Lörrach und Breigau-Hochschwarzwald absprechen.

Mit einem historischen Exkurs über das Bergdorf rundete Ortschronist Karlheinz Beyerle den Besuch ab.

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