Malsburg-Marzell Zeit für Renaturierung wird knapp

Für reichlich Wirbel sorgte die zu groß geratene Ausbaggerung des Löschweihers in Vogelbach. In der Gemeinderatssitzung, so scheint es, wurde jetzt eine praktikable Lösung für das Problem gefunden. Doch die Zeit drängt. Foto: Rolf-Dieter Kanmacher Foto: Weiler Zeitung

Die Zeit drängt. In einem engen Zeitfenster bis Ende Februar müssen nach erfolgter Ausbaggerung wichtige Maßnahmen zur Renaturierung des Löschteichs und Biotops Vogelbach erfolgen.

Von Rolf-Dieter Kanmacher

Malsburg-Marzell. Michael Kauffmann, zuständiger Dezernatsleiter im Landratsamt Lörrach, erläuterte im Gemeinderat die erforderlichen Maßnahmen. Biotope entstünden nicht immer geplant, führte der Experte aus, der Löschteich der Gemeinde sei seit 1999 mit vier Biotoptypen kartiert. Bei vorangegangenen Begehungen fiel besonders der Kleinröhricht- und Verlandungsbereich auf, dort seien mehrere Biotoptypen überlagert.

Wiederherstellung von Laichgewässern

Bei den nun erforderlichen Maßnahmen gehe es um Artenschutz und die Wiederherstellung des potenziellen Laichgewässers, die Schaffung der Flachwasserzone sei hierfür erforderlich, sagte Kauffmann. Der Schotterweg auf der rechten Teichseite soll mit Erdaushub abgedeckt werden, damit eine Wiederbepflanzung möglich wird.

Mit der Wiederherstellung der Flachwasserzone durch das Einbringen von Schotter und Totholz müsse mit Blick auf den Fortschritt der Vegetation bald begonnen werden, betonte Kauffmann.

In der nachfolgenden Aussprache im Gemeinderat wurde mehrfach die Bedeutung des Weihers als Löschwasserreserve für die Gesamtgemeinde angesprochen. Karlheinz Beyerle meinte zudem, dass der Löschteich als typischer Dorfweiher zum Dorfbild gehöre. Über den Umfang der natur- und artenschutzrechtlichen Bestimmungen zeigte er sich erstaunt und fragte auch nach der Verantwortlichkeit der Planer.

Der Vertreter des Planungsbüros Himmelbach und Scheurer, Keller, stellte dazu fest, der Auftrag habe sich lediglich auf die Ausschreibung der Maßnahme beschränkt. Mit der Kostenschätzung für die Sanierungsarbeiten in Höhe von 10 000 bis 15 000 Euro liege Gemeinderat Dierk Kilchling durchaus richtig, hieß es weiter.

Mehrfach wurde von den Ratsmitgliedern nochmals betont, man sei bei der Vergabe der Arbeiten im Oktober davon ausgegangen, dass entsprechend der Angaben des Bürgermeisters alles mit dem Naturschutz abgesprochen gewesen sei. Bürgermeister Mario Singer hatte schon vorher auf Fehler verwiesen, die durch mangelhafte Kommunikation entstanden seien. Die Ausbaggerung größerer Teile des Teichs als vorgesehen sei auch „aus der Situation“ hervorgegangen, er habe vorrangig die Schaffung einer Löschwasserreserve für den gesamten Gemeindebereich im Blick gehabt.

Grundsätzlich zeigte sich der Gemeinderat um Schadensbegrenzung bemüht. Das Planungsbüro wird sich nun um schnelle Umsetzung der Sanierungs- und Renaturierungsarbeiten am Teich als Folgeauftrag an die Firma Vogel bemühen, die schon die Ausbaggerung übernommen hatte.

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