Maulburg Auf der „Grand Lady“ durch die südostasiatische Inselwelt

An Bord des deutschen Kreuzfahrtschiffes MS Artania, Fernsehenzuschauern auch als „Grand Lady“ aus der Fernsehserie „Verrückt nach Meer“ bekannt, sind mindestens sieben Personen am Coronavirus erkrankt. Wenige Wochen zuvor war TuS-Präsident Bruno Sahner an Bord des Schiffs.

Von Harald Pflüger

Maulburg . Südostasiens Exotik und Australien zu entdecken, machte sich der Präsident des Turn und Sportvereins Maulburg, früherer Gemeinderat, langjähriger Ausschussvorsitzender des SBFV sowie Präsident der Abteilung Sport im Eurodistrikt Pamina, Bruno Sahner, vor Wochen auf.

Von Deutschlands größtem Verkehrsflughafen, dem Frankfurt Airport, flog Sahner zunächst nach Singapur. Das Coronavirus war da zwar schon Thema in den Nachrichten, nachdem es in Wuhan zu wüten begann, aber Reisebeschränkungen gab es zu der Zeit noch nicht, so Sahner im Gespräch mit unserer Zeitung.

In der saubersten Stadt der Welt

Bei der Einreise zeigte sich Bruno Sahner beeindruckt von Krisenmanagement des Stadtstaats. Singapur gelte ohnehin als die sauberste Stadt der Welt: Rauchen ist in großen Teilen der Stadt verboten, ebenso wie essen in der U-Bahn. „Asien kann mit Epidemien besser umgehen“, so Sahners Eindruck. Mundschutz, das weiß Sahner von früheren Reisen, gehört dort zum Straßenbild. Während seines Aufenthalts besichtigte der frühere Gemeinderat unter anderem „Gardens by the Bay“, ein 101 Hektar großes Parkgelände, das sich zu einer der beliebtesten Touristenattraktionen in Singapur entwickelt hat. Dort stehen auch die „Super Trees“, pflanzenbewachsene Stahlgerüste mit Höhen zwischen 25 und 50 Meter.

In Singapur heißt es Leinen los

In der einstigen britischen Kronkolonie startete die Kreuzfahrt mit der MS Artania durch die südostasiatische Inselwelt nach Down under. Weil das Schiff aber aufgrund der Corona-Krise weder in Jakarta (Indonesien) noch in Semeran (Java) anlegen durfte, beide Häfen waren geschlossen, wurde Benoa auf Bali angesteuert. Dort konnten die Passagiere, im Gegensatz zu den anderen Häfen, problemlos von Bord. Dass Bali nicht umsonst den Beinamen Götterinsel trägt, davon legten die Tempelanlagen Zeugnis ab.

Im Kübelwagen vorbei an Reisterrassen

Lebhaft in Erinnerung ist Sahner noch die Fahrt mit einem Kübelwagen vorbei an Reisterrassen ins Landesinnere. Auf eigene Faust ging es nach Denpasar im Süden der indonesischen Insel Bali und nach Ubud, dessen bedeutendes Bauwerk der Tempel Pura Taman Saraswathi ist. Beeindruckt waren die Reisenden dort auch von der Holzschnitz- und Silberschmiedekunst.

Nach zwei Tagen der Erholung auf See, an denen man das lebhafte Treiben auf Bali „sacken“ lassen konnte, wurde in Darwin australischer Boden betreten. Sahner erinnert sich an die strengen Einreisekontrollen und daran, dass bei jedem Landgang die Körpertemperatur gemessen wurde, so wie man das aus dem Fernsehen kennt. Wer erkältet war, durfte das Schiff nicht verlassen.

Darwin, die größte Stadt und Hauptstadt des Northern Territory in Australien, gilt auch als Tor nach Asien.

Mit Boot und Flugzeug im Nationalpark

Von Darwin aus ging es in den Kakadu-Nationalpark. Der Park gilt aufgrund seiner einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt als einer der schönsten Nationalparks in Australien. Ein Erlebnis war die Bootsfahrt durch die Feuchtgebiete des Yellow Water Billabong und ein Rundflug über den Park mit seinen spektakulären Felsformationen.

Ein weiteres Glanzlicht der Reise war das Great Barrier Reef vor der Nordostküste Australiens, die größte zusammenhängende Ansammlung von über 2900 einzelnen Korallenriffen der Erde. Dort war Gelegenheit zum Schnorcheln oder Tauchen.

Anschließend legte die MS Artania in Cairns an. Aufgrund seiner Nähe zu vielen Attraktionen ist Cairns ein beliebtes Reiseziel für ausländische Touristen geworden und gilt bei vielen Rucksacktouristen als das Hauptreiseziel in Australien.

Ein Abstecher führte nach Magnetic Island. Der größte Teil der Insel ist von mehr oder minder lichten Eukalyptus-Trockenwäldern bedeckt.

Brisbane, in dem danach angelegt wurde, war Ausgangspunkt für eine Tour in den Tamborine-Nationalpark mit seiner Glühwürmchenhöhle.

Zum krönenden Abschluss fuhr das Kreuzfahrtschiff in die berühmte Bucht von Sydney mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge ein. Ziel einer Exkursion dort waren die „Blauen Berge“. Große Teile der Blauen Berge wurden im Dezember 2000 vor allem wegen der Artenvielfalt der Eukalyptusbäume zum Weltnaturerbe der UNESCO erklärt. Die Blätter des Eukalyptus verdunsten das ätherische Eukalyptusöl, dessen feiner Nebel über den Bergen liegt. Neben der Rayleigh-Streuung ist dieser feine Nebel bei Tageslicht für die Blaufärbung verantwortlich, die den Bergen den Namen gab.

Noch ein Wort zu den Waldbränden, die in Australien wüteten. Dass er davon nichts gesehen hat, begründet Sahner damit, dass sie „nur“ etwa ein bis eineinhalb Prozent der Fläche Australiens betrafen.

Von Sydney ging es dann mit dem Flugzeug über Dubai zurück nach Frankfurt. Dort holte Sahner die Corona-Krise ein. Während seiner Reise hat sich der TuS-Präsident auf der „Artania“ wie auf einer „Arche Noah“ gefühlt – sicher. An Bord der MS Artania, die vor Australien ankert, gab es danach sieben Corona-Fälle.

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