Maulburg Bürgermeister warnt

Christoph Schennen

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montagabend über das Verfahren zur Vergabe der Leistungen der Gebäudeplanung beim Seniorenprojekt an der Köchlinstraße diskutiert.

Von Christoph Schennen

Maulburg. Der Gemeinderat entschied einstimmig, ein europaweites Verfahren nach der Vergabeverordnung (VgV) durchzuführen. Auf einen Planungswettbewerb und eine gesonderte Bewertung von kleineren Büroorganisationen wird verzichtet. Stattdessen soll durch eine Mehrfachbeauftragung eine optimale Lösung bei der Gebäudeplanung gefunden werden.

Zunächst sollen Architekturbüros einen Entwurf für das Seniorenprojekt einreichen (öffentlicher Teilnahmewettbewerb). Aus den eingereichten Entwürfen wählt dann ein Begleitgremium bis zu fünf Entwürfe aus, die es näher betrachten will. Die vier Entwürfe, die nicht gewonnen haben, werden honoriert, der Siegerentwurf auch, aber gesondert.

Am Ende dieses Auswahlprozesses entscheidet das Gremium, einen Bietenden zur Beauftragung vorschlagen. Der Gemeinderat entscheidet dann, ob er dem Vorschlag des Begleitgremiums zustimmt oder ihn ablehnt. Im Fall der Ablehnung startet das Verfahren neu. „Der Gemeinderat muss stichhaltige Gründe für seine Ablehnung präsentieren“, betonte Bürgermeister Jürgen Multner.

Das Seniorenprojekt muss mittels europaweiten VgV-Verfahren realisiert werden, weil der vorgeschriebene Schwellenwert (214 000 Euro) beim Auftragswert überschritten wird. Die Gebäudeplanung kostet laut Schätzung der Verwaltung 604 000 Euro. Durch die Mehrfachbeauftragung verlängert sich das Vergabeverfahren um rund zwei Monate. Es kostet bis zu 150 000 Euro (Planungshonorare, zusätzliche Leistungen in der Verfahrensbegleitung, Fachpreisrichter, Nebenkosten).

Jürgen Multner sagte: „Eine funktionsgeprägte Bauweise steht im Vordergrund. Wir wollen kein Kunstwerk errichten, sondern ein solides, nachhaltiges und energieeffizientes Gebäude, wo Nutzer gut drin arbeiten können.“ Die Architekten sollen auch die von einem regionalen Architekturbüro erstellte, städtebauliche und architektonische Machbarkeitsstudie in die Hand bekommen, die ihnen die Anforderungen an das Projekt auflistet.

Ein Ergebnis dieser Studie war, dass für das Projekt eine Architektenplanung erforderlich ist - unabhängig davon, ob das Vorhaben durch einen Generalunter- oder -übernehmer oder durch klassische gewerkeweise Vergabe realisiert wird.

Kurt Greiner (Freie Wähler) und Christian Leszkowski (SPD) warnten vor ausufernden Kosten. Multner schätzt, dass das Projekt acht bis neun Millionen Euro kosten wird. Auch ihm ist bewusst, dass die „Kostendynamik“ schwer einzuschätzen ist. In der Ausschreibung müssten daher die maximalen Kosten angegeben werden, fordert der Verwaltungschef.

Er warnte gleichzeitig davor, das Gebäude so günstig wie möglich zu bauen. Das könne beispielsweise dazu führen, dass man etwa durch billiges Baumaterial und schlechte Qualität schon früh sanieren müsse. Kurt Greiner (Freie Wähler) sagte, die Architekten-Entwürfe würden zeigen, wie teuer das Seniorenprojekt werde. Fest stehe, „dass das Projekt nicht gefährdet werden darf.“ Alexander Speck sagte, im Beratungsgremium müsse jemand aus dem Rechnungsamt sitzen, woraufhin Bürgermeister Multner seinen Kämmerer Ingo Röslen vorschlug.

Das Gremium besteht laut Gemeinderatsbeschluss aus Erich Potschies (Freie Wähler), Mario Reif, Christian Leszkowski (SPD), Markus Meßmer (CDU), einem Vertreter des Betreibers (Evangelisches Sozialwerk), Bürgermeister Multner (stimmberechtigte Mitglieder) sowie Birgit Bergmann-Rooks (Bauamt), einem Vertreter vom Büro Steybe und Ingo Röslen (beratende Mitglieder).

„Das Begleitgremium ist berechtigt, alle Verfahrensschritte durchzuführen“, sagte Multner. Es sei ein „Akt des Vertrauens“, dass der Gemeinderat dem Gremium diese Aufgabe anvertraue.

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