Maulburg „Demokratie lebt von Argumenten“

Maulburg - Mit einem Neujahrsempfang und einer Feier im Rathaussaal begingen die Freien Wähler Maulburg ihr 70-jähriges Bestehen.

„Die Freien Wähler haben die Politik der Gemeinde maßgeblich geprägt. Dieses nachhaltige Engagement zum Wohl der Gemeinde ist ungeheuer anerkennenswert“, führte Landrätin Marion Dammann in ihrer Festrede aus.

Heidrun Seidensticker, die Vorsitzende der Freien Wähler Maulburg, erinnerte in ihrer Ansprache an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Damals lag Maulburg in der französischen Besatzungszone. Bei der ersten Kommunalwahl im November 1948 wird die „Freie Wählervereinigung“ erstmals erwähnt. Ein genaues Gründungsdatum ist nicht bekannt. Bei dieser Wahl erlangten die Freien Wähler drei der damals sechs Sitze und stellten mit Ernst Schwald senior den ersten Bürgermeister. Damit gaben die Freien Wähler in Maulburg den Ton an und behielten diese Führungsposition bis in die neunziger Jahre. In dieser Zeit vollzog sich die erstaunliche Entwicklung vom Bauern- und Webereiarbeiterdorf zu einer attraktiven Gemeinde mit hervorragendem Arbeitsplatzangebot und einer vielfältigen Infrastruktur, die aufgrund der guten Steuereinnahmen finanziert werden konnte.

1984 war Gerd Arzet zum Bürgermeister gewählt worden. Seit 2005 stellen die Freien Wähler wieder ohne Unterbrechung die stärkste Gemeinderatsfraktion. Der prozentuale Stimmenanteil konnte kontinuierlich von 31 auf 40 Prozent gesteigert werden. „Wir haben uns nicht nur gut gehalten, sondern wir sind stolz darauf, was wir erreichen konnten und schauen mit Mut, Freude und Zuversicht in die weitere Zukunft“, erklärte Heidrun Seidensticker zum Abschluss ihrer Ausführungen. Diese Zuversicht leite sich ab aus dem Vermögen der Freien Wähler, immer wieder junge Maulburger für die Kommunalpolitik begeistern zu können.

Die Festrede zum 70-jährigen Bestehen übernahm Landrätin                Marion Dammann. Nach einer kurzen historischen Einleitung würdigte die Landrätin die Leistungen führender Persönlichkeiten der Freien Wähler. „Ab der Nachkriegszeit haben diese Persönlichkeiten die Gemeinde Maulburg geprägt und dafür gesorgt, dass sie heute so gut dasteht“, führte die Landrätin aus. Der Hochwasserschutz wurde intensiviert, Gewerbe wurde angesiedelt.

Und es reiche Gemeinderat und Verwaltung zur Ehre, dass die Steuereinnahmen zu Investitionen in die Verbesserung der Infrastruktur verwandt wurden. Schulen, Kindergärten, die Alemannenhalle wurde gebaut, und starke Mittel wurden eingesetzt, um die Entwicklung örtlicher Vereine zu fördern. Seit Jahren ist die Gemeinde nun schuldenfrei, setzt aber ihre Investitionspolitik fort. Neuestes Projekt ist der Bildungs- und Betreuungs-Campus. „Dank dieser Politik ist Maulburg für die Zukunft hervorragend aufgestellt“, hielt die Landrätin fest und bedankte sich dafür, dass der Landkreis auch von der starken Leistung der Gemeinde als Arbeitgeber profitiere.

Als besondere Herausforderungen, die jetzt vom Landkreis angegangen werden müssen, nannte Marion Dammann, die Digitalisierung, die vom Zweckverband Breitband mitgestaltet wird und in Teilen schon in Betrieb genommen wurde. Dabei dürfe nicht übersehen werden, dass Maulburg auch in der Trinationalen Agglomeration eine wichtige Rolle spiele. Die weitere Entwicklung der Regio-S-Bahn und weitere Anschlüsse Maulburgs an die B 317 seien wichtige Bestandteile dieser Konzepte. Auch bei einer Verbesserung der medizinischen Versorgung sei der Landkreis mit dem neuen Zentralklinikum stark engagiert.

Und sie stattete den Freien Wählern ihren Dank ab, bei denen Menschen wirkten, die mitgestalten wollen, und die daher stolz auf das Erreichte zurückblicken können. „Pöblern und Aufwieglern müssen wir gemeinsam Paroli bieten“, führte Marion Dammann aus. „Die Demokratie lebt nicht vom Streit, sondern von Argumenten.“. Und sie plädierte für „gegenseitige Achtung und für Respekt“ im politischen Miteinander.

In seinem Grußwort dankte Bürgermeister Jürgen Multner allen Fraktionen und den hier lebenden Menschen für den gegenseitigen Respekt und die gute Zusammenarbeit zum Wohle der Gemeinschaft.

„In den vergangenen siebzig Jahren hat Maulburg sein Gesicht verändert, ohne seine Identität zu verlieren“, so Jürgen Multner. Die Freien Wähler hätten dank der Fähigkeit zu permanenter Erneuerung und prägender Persönlichkeiten wesentlichen Anteil an der positiven Entwicklung der Gemeinde. Die Fraktion verorte sich in der Mitte der Gemeinschaft, behalte immer den Blick für das Wesentliche und sei der Initiator für neue Lösungen.

Bürgermeister Jürgen Multner gratulierte den Freien Wählern zu ihrem Geburtstag und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die Freien Wähler sich auch weiterhin konsequent für ein finanz- und wirtschaftsstarkes Maulburg einsetzen werden.

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