Maulburg Ein Abend ungeahnter Möglichkeiten

Zarek Silberschmidt trat im Maulburger Dorfstübli auf. Foto: Gudrun Gehr Foto: Markgräfler Tagblatt

Schon nach wenigen Takten im voll besetzten Dorfstübli wusste der Zuhörer: Hier ist ein außergewöhnlicher Gitarrist am Werk, und es hat sich gelohnt, am Sonntagabend hierher zu kommen.

Von Gudrun Gehr

Maulburg. Erneut haben die Macher des angesagten Kulturhauses mit Zarek Silberschmidt ein gutes Händchen bei der Auswahl ihres Künstlers bewiesen. Einige Besucher hatten den aus Neuseeland stammenden Zarek Silberschmidt noch in bester Erinnerung: Als Special Guest hatte er im April die Band „Jetsam.5“ um Walti Huber bei ihrem Auftritt im Dorfstübli begleitet. Nun gastierte er als Solist.

Mit seinem jungenhaften Charme hatte Zarek Silberschmidt seine Gäste im Handumdrehen in seinen Bann gezogen. Zur Eröffnung des Konzertes präsentierte er erstaunliche Improvisationen der Stücke „Isn’t she lovely“ von Stevie Wonder und „Waltzing Matilda“ von Slim Dusty. Die Besucher tauchten beim Hochgeschwindigkeitsgitarristen in einen Abend voll ungeahnter Möglichkeiten dieses Instrumentes ein. Filigrane Harmonien entlockten seiner Gitarre bezaubernde Töne, die an die Klänge einer Harfe erinnerten. Er konnte seine Vorliebe für Gipsy-Jazz mit schwindelerregenden Flamenco-Passagen garnieren und verschmolz mit seinem Instrument zu einer Einheit. Mit dem crescendoartigen Aufbau der eigenen Kompositionen und mit den berückenden Arrangements bekannter Songs begeisterte er die Besucher, die mehrfach stürmischen Szenenapplaus spendierten. Perkussive Rhythmen begleiteten sein erstaunliches Fingerpicking. In einem atemberaubenden Stück verzauberte er den Klang seiner Gitarre in den eines Banjos.

Und dann kam für die Hobby-Gitarrenspieler im Publikum die lang ersehnte Frage: „Are there any guitar players?“ („Sind hier Gitarrenspieler?“). Das war das Startzeichen für eine humorvolle Kurzlektion für die lernwilligen Gitarristen. Diese erfuhren quasi im Crash-Kurs von der Basis eines E-minor-Akkordes, von der Vielfalt von Basslinien, von Akkordwechseln und von perkussiven Elementen.

Und wie von Zauberhand entstand ein spontan gestaltetes komplettes Musikstück. Die Hobby-Gitarristen im Publikum konnten sich nach der (scheinbaren) Leichtigkeit dieser coolen Lektion nur verwundert die Augen reiben. Zarek Silberschmidt wollte sich zum Schluss seines fast 90 Minuten dauernden Konzertes mit seiner brillant vorgetragenen Version von „Superstition“ von Stevie Wonder verabschieden. Das Publikum forderte jedoch noch eine Zugabe und wurde schlussendlich mit dem berührenden Stück von John Lennon belohnt: Mit seiner Interpretation von „Imagine“ verabschiedete sich der Künstler beim Publikum.

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