Maulburg Eine attraktive Kernzone schaffen

„Am Platz“ in Maulburg stehen Sanierungsarbeiten bevor. Foto: Werner Müller

Maulburg - Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Montag noch einmal über die Sanierung der Straßen „Kupfergasse“ und „Am Platz“ diskutiert.

Erich Potschies (Freie Wähler) wünscht sich für diesen Bereich einen einheitlichen Belag mit hellen Pflastersteinen wie auf dem Rathausplatz. Die Einbahnregelung gefällt den Freien Wählern sehr gut; dem Radverkehr müsse es ermöglicht werden, die Straßen in umgekehrter Richtung zu durchfahren. „Kupfergasse“ und „Am Platz“ müsste von allen Verkehrsteilnehmern genutzt werden, so Potschies. Er schlug vor, den Verkehr in Schlangenlinien durch diesen Bereich zu führen.

Christian Leszkowski (SPD) wünscht sich in der Straße eine Tankstelle für Elektrofahrzeuge und Schrägparkplätze im vorderen Teil der Kupfergasse.

Einheitliche Gestaltung

Die Einführung einer Verkehrsbeschränkung mit 20 km/h für dieses Areal hält Bürgermeister Jürgen Multner für problematisch. Für einen Autofahrer sei es schwierig, 20 km/h einzuhalten, so Multner. „In der Waldstraße hält sich keiner an die Schrittgeschwindigkeit.“

Übergeordnetes Ziel sei es, so Potschies wiederum, in 30 Jahren eine „attraktive Kernzone“ vom Bahnhof bis zur evangelischen Kirche/Rathaus zu haben, die sich durch eine einheitliche Gestaltung auszeichne. Er verwies auf die Entwicklung der Verkehrssituation in der Innenstadt von Lörrach seit den siebziger Jahren. Dort seien im Innenbereich Fußgänger und Radfahrer gleichberechtigt mit Autofahrern.

Auch Thomas Hoffmann vom Planungsbüro Süd-West nahm die Anregungen der Gemeinderäte zur Kenntnis. Er sagte, die Räte sollen in Bezug auf die Verschwenkung der Fahrbahn nicht zu hohe Erwartungen haben, schließlich müssten Müllfahrzeuge und Lkws die Straße durchqueren.

Parkplatzsituation

Ein weiteres Diskussionsthema waren Parkplätze. In der „Kupfergasse“ und „Am Platz“ wolle man Parkplätze schaffen. Diese könnten aber, wenn sie nicht mehr gebraucht würden, umgewidmet werden, sagte Multner. An ihrer statt könnten Bäume gepflanzt werden. Kurt Greiner (Freie Wähler) sagte, viele Autofahrer würden nicht durch diesen Bereich, in dem früher nicht so viele Autos parkten, fahren. „Ein einheitlicher Belag könnte dazu führen, dass die Autofahrer diesen Bereich meiden“, meinte er.

Markus Meßmer (CDU) erinnerte an die Situation in diesem Areal, wenn der Wochenmarkt stattfindet. Dann würden die Anwohner einen halben Tag lang ihr Auto in den umliegenden Straßen parken. Durch zu viel Begrünung und zu wenig Parkplätze in „Kupfergasse“ und „Am Platz“ würde man dieses Problem dann dauerhaft haben.

Stephanie Scarr (Bürgervereinigung Maulburg) sagte, dass Bewohner von Mehrfamilienhäusern mit Tiefgarage nicht unbedingt in derselben parken würden, sondern ihr Auto am Straßenrand parken.

Bürgermeister Multner verwies auf die Parkplätze am Rathaus, wo Nachtparker geduldet würden. Wer am Vorabend sein Auto dort abstelle, könne es über Nacht dort stehenlassen. Multner fasste die Aussagen der Gemeinderäte abschließend noch einmal zusammen: „Sie wollen eine Mischfläche, die von allen benutzt werden darf, das Maximum an Parkmöglichkeiten, aber auch das Maximum an Begrünung und verzichten auf Gehwege.“ Er versicherte, dass die Zufahrt zu Garage beziehungsweise Grundstück für die Anwohner gesichert sei.

Die Gemeinderäte gaben Thomas Hoffmann also zahlreiche Ideen mit auf dem Weg, die dieser nun bei der weiteren Ausarbeitung der Planung zum Teil berücksichtigen will. Eine Abstimmung über die vorgelegte Planung fand nicht statt.

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