Maulburg Fast schon ein kleiner Zunftabend

Ralph Lacher

Nach zwei coronabedingt stark eingeschränkten Fasnachtskampagnen hat die Narrenzunft Maulburg einen tollen Re-Start in die Kampagne 2022/23 hingelegt. Am Freitagabend trafen sich die Narrenzünftler, befreundete Cliquen und anderes fasnächtliches Fußvolk im Narrehüsli zum „ölfde Ölfde“.

Von Ralph Lacher

Maulburg. Sie alle erlebten ein wunderbares närrisches Unterhaltungsprogramm. Das Motto lautet: „Willsch warm, bruuchsch Kohle“. Nachdem Oberzunftmeisterin Josephine „Josie“ Schanz die Vertreter der Zunftcliquen Schnuureclique und Gaischterreiter sowie die Cliquen Niederthaler, Groddewaggis, Teufelsknechte und Wiesetäler Seelefresser, dazu die Hüsinger Kuckucke und die Fasnachtsgesellschaft Steinen willkommen geheißen hatte, intonierten die Schnitzelbank-Sänger Benjamin Beck, Julian Eiche, Roland Kobiella, Martin Jessat und Matthias Lang mit Unterstützung der Oberzunftmeister mit Gitarre den Mulburger Fasnachtsschlager. Die Pandemie kam auch in diesem Narren-Song vor. Doch nur kurz und vor dem mitgesungenen Refrain: „Wenn in Mulburg wieder Fasnacht isch, ja, was cha schöner si?“.

Kreativ und vielsprachig

Die genannten „Ölfde-Ölfde-Sänger“ umrahmten auch die Motto-Proklamation. Kreativ, in verschiedenen Sprachen angefangen von Suaheli über Polnisch, Türkisch, Französisch, Englisch und Spanisch bis Plattdeutsch trugen sie mit der Oberzunftmeisterin den Spruch vor, ließen die Anwesenden raten, wie das Ganze dann in Alemannisch heißt.

Nachdem das Motto bekannt war und an der Hüsli-Wand prangte, intonierten die Sänger „Öbbis zum Motto“. Da ging es um Energiepreisbremsen, um Rettungsschirm und Tankrabatt, um Neun-Euro-Ticket, aber auch um das Maulburger Seniorenprojekt an der Köchlinstraße, die Nahwärmeversorgung im Dorf sowie die Sanierung der Kupfergasse. Anschließend ließen es sich die Anwesenden bei Zibelewaie, Mehl- und Gulaschsuppe erst einmal gutgehen.

Der zweite Teil des „ölfde Ölfde“ war ein „Zunftabend en miniature“. In Sketchen ging es um die Energie-, Klima- und Ukrainekrise, aber auch um närrischen Klamauk allgemeiner Art. Gestaltet wurden die Sketche vom Sänger-Quintett.

Herrlich dabei etwa Roland Kobiella und Julian Eiche: Kobiella als Senior, der beim Junior im Computerladen eine alte analoge Schreibmaschine repariert haben will, dabei allerlei über moderne Zeiten und Kommunikation erfährt. Und Kobiella zeigte weiter sein bestens bekanntes närrisches Unterhalter-Talent. Etwa als Olaf Scholz, der es mit dem „Wutbürger“ Martin Jessat zu tun hat. Oder der mit Jessat das Duo des neuen Maulburger Energiebüros bildet. Dabei ging es in treffend pointierten, manchmal deftigen Zeilen um die örtlichen Energiesparmaßnahmen, aber auch um die Ukraine-Krise und allerlei mehr.

Kein „Schniposa“ mehr

Den Abschluss des Energiebüro-Sketches bildete der Auftritt der fünf Sänger als „Familie Popolski“ und deren stimmgewaltig vorgetragene Gedanken zur Energie- und Klimakrise. Und zur Maulburger (Gast-)Wirtschaftskrise: „Liegt z’Mulburg am Dorffescht ä Meter Schnee, wird’s einewäg z’Mulburg kei Schniposa, nur Döner un ä Shisha-Bar geh!“

Die Akteure freuten sich über lang anhaltenden Applaus.

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