Maulburg Feines Spiel aus Licht und Schatten

Anja Bertsch

Wenn es um die besondere Dekoration für Weihnachten geht, ist Michael Günther in der Region die erste Adresse: In seinem Antiquitätengeschäft „Mikuschs Antik“ in Maulburg wie auch in seinen privaten Räumen präsentiert sich dem Besucher eine wahre Fundgrube weihnachtlicher Schmuckstücke.

Von Anja Bertsch

Maulburg. Dazu gehört natürlich antiker Weihnachtsbaum-Schmuck (die hergebrachte Kugel ist da nur eine Ausprägung einer unerschöpflichen Formen-Vielfalt). Dazu gehören Räuchermännchen und Christbaumständer. Und dazu gehört auch die Weihnachtspyramide, die mit ihrer gleichmäßigen Drehbewegung eine feierliche Atmosphäre schafft und ihre Faszination auf Jung und Alt ausübt.

Geniale Mechanik

Ihren Ursprung hat die Weihnachtspyramide - wie so manch andere Kunsthandwerkstradition - im Erzgebirge, wo die oftmals mehrstöckigen Schmuckstücke in hergebrachter Handwerkskunst gefertigt werden und als Symbol für das Weihnachtsfest gelten.

In ruhiger, gleichmäßiger Rotation lassen die Weihnachtspyramiden ihre Miniaturszenerien am Betrachter vorbeiziehen, die sich auf einer, zwei oder noch mehr Etagen entfalten.

Die Mechanik ist so einfach wie genial: Wesentliches „Stimmungselement“ der Pyramiden ist der Kerzenschein. Deren warme Luft wiederum treibt im Aufsteigen das Flügelrad an der Spitze an – und mit ihm auch die ganze übrige Etagen-Konstruktion, aus der die Pyramide besteht. Geschwindigkeit und sogar Richtung der Drehung lassen sich über die Stellung der Flügel regulieren.

Eine weitere Besonderheit der Mechanik liegt unter der „Oberfläche“, sprich unter der untersten Plattform verborgen: Die senkrechte Welle, an der die einzelnen Plattformen befestigt sind, kreiselt mit ihrer Spitze auf einer Glas- oder Keramiklinse, die im „Fundament“ eingelassen ist: Nur dieses Material ist makellos und stabil genug, um Jahr um Jahr, Weihnacht um Weihnacht und Drehung um Drehung eine ebenmäßige Bewegung zu garantieren.

Im Spiel aus Kerzenschein und rotierenden Flügeln entfaltet sich bei Dämmerung über der Pyramide ein feines Spiel aus Licht und Schatten. Die unmittelbare Faszination und Vielfalt einer Weihnachtspyramide freilich ergibt sich aus der Gestaltung der Szenerien auf den Plattformen.

Der Vielfalt sind hier kaum Grenzen gesetzt. Eine, zwei oder fünf Etagen? Fingerkleine Miniatur oder mannshohes Prunkstück? Klassisch in naturbelassenem Holz oder farbenfroh bemalt? Erlaubt ist, was gefällt – und was die eigenen Räumlichkeiten an Platz hergeben.

Dargestellt werden klassischerweise christliche und kirchliche Motive. Ein besonders prächtiges Schmuckstück in diesem Stil hat Michael Günther von seinen Eltern, die es ihrerseits in den 50er Jahren in der Lausitz erstanden haben. Auf mehreren Etagen zeigen sich hier zahlreiche Engelsfiguren, die Stallszene zu Bethlehem mitsamt Heiligen Drei Königen, mit Hirten und das Christuskind mit Mutter Maria natürlich.

Große Vielfalt der Motive

Die Besonderheit hier ist: Iim Unterschied zu manch anderem Exemplar: Die einzelnen Figuren und Elemente können arrangiert werden.

Gleich neben dem großformatigen Erbstück zieht im Arrangement Michael Günthers ein besonders farbenprächtiges Pyramidenexemplar in Violett- und Blautönen seine Kreise.

Etwas „naturwüchsiger“ geht es auf der anderen Seite des Ensembles zu, wo eine Waldszenerie mitsamt Reh und Chor ein winterliches Ambiente präsentiert.

Ein wohl eher in jüngerer Zeit und mit Blick auf jüngere Betrachter gestalteter Figurenbogen lässt kleine Pinguine inmitten von Eisschollen und Eiszapfen herumtollen.

„Sicher entspricht nicht jedes Exemplar meinem persönlichen Stil“, schmunzelt Michael Günther beim Blick auf seine kreiselnde Sammlung. „Die Vielfalt aber ist in jedem Fall faszinierend“ - und die Schönheit liegt wie so oft im Auge des Betrachters.

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