Maulburg Gässle ins Rampenlicht gerückt

SPD-Vorsitzender Christian Leszkowski. Foto: Harald Pflüger Foto: Markgräfler Tagblatt

Über Verkehrskonzepte diskutieren und Lösungen erarbeiten - das hatte sich der SPD-Ortsverein Maulburg bei seinem Verkehrsforum am Dienstagabend zum Ziel gesetzt.

Von Harald Pflüger

Maulburg. Ortsvereinsvorsitzender Christian Leszkowski stellte dem guten Dutzend Besucher im Rathaussaal das Verkehrskonzept für die B 317 nebst Anbindung des neuen Gewerbegebiets Maulburg-West vor, erläuterte die Trassenführung der künftigen Radschnellverbindung, warf die Frage auf, wie sich der Autobahnanschluss Minsel-Karsau auf Maulburg auswirkt, stellte zur Debatte, wie sicher Fahrradfahrer und Fußgänger im Ort sind und thematisierte den innerörtlichen Verkehr

Bundesstraße

Der Bau des Zentralklinkums in Lörrachs bedingt auch Änderungen in der Verkehrsführung. Während der vierspurige Ausbau der B 317 noch in weiter Ferne liegt, rückt die Verlegung der Landesstraße entlang der Bahnlinie nach Steinen immer näher. Apropos Steinen: Fakt ist für Christian Leszkowski, dass der Steinener Kreisel mittlerweile zu klein ist, um den Verkehr zu bewältigen. Eine Lösung könnte eine Teiltieflage der Bundesstraße in Höllstein sein. Damit wäre aber die Anbindung des (künftigen) Gewerbegebiets Maulburg-West an die B 317 noch nicht gelöst. Problematisch ist dort vor allem das Linksabbiegen von der Alemannenstraße in die B 317 in Richtung Lörrach. Abhilfe schaffen könnte ein neuer Anschluss (dem dann der jetzige Anschluss Maulburg-Mitte zum Opfer fallen würde).

In der Debatte kam der Vorschlag, eines Linksabbiegeverbots von der Alemannenstraße in die B 317. Das wiederum warf die Frage nach der Akzeptanz und der zusätzlichen Verkehrsbelastung Maulburgs auf. Beklagt wurden fehlende Ausweichrouten auf der B 317 zwischen Steinen und Maulburg. Wenn in Höhe der Shell-Tankstelle ein Unfall passiere, gehe nichts mehr. Laut Leszkowski gibt es in Steinen Pläne für eine Weiterführung der L 138 durch die Rotzlerstraße bis Maulburg.

Radschnellverbindung

Christian Leszkowski sagte nach Vorstellung der Route für eine Radschnellverbindung (RSV) von Zell nach Basel, dass der Gemeinderat eine Trassenführung entlang der Wiese favorisiere. Die Hauptstraße - auf ihr würde dann Tempo 30 gelten - berge ein zu hohes Konfliktpotenzial. Gemäß der Forderung „Vorrang für den RSV“ hätte am Knoten Mühleweg/Hauptstraße überdies der Anschluss Richtung Mühleweg Vorfahrt. Die aus den Zuhörerreihen angeregte Trasse entlang des Floßkanals hielt Christian Leszkowski für weniger attraktiv.

Autobahnanschluss

Wie sich der Autobahnanschluss Minseln-Karsau auf Maulburg auswirkt, ob der Verkehr weiterhin im Hasenloch auf die B 317 Richtung Wiesental abbiegt, oder ob er die Route via Minseln - Maulburg auf die B 317 wählt, mochte am Dienstagabend niemand vorherzusagen. Tatsache ist, dass Maulburg in letzterem Fall zusätzlichen Verkehr schlucken müsste.

Fußgänger

Was für Venedig die Kanäle, sind für Maulburg die Gässle: Verbindungswege, die auf kürzesten Weg von A nach B führen. Der SPD-Vorsitzende rückte im Verkehrsforum diese Gässle ins Rampenlicht. Sie ermöglichen, sich per Fuß oder Rad abseits vom Straßenverkehr durch Maulburg zu bewegen. Ein Klassiker ist für Leszkowski das Bahnwegle. Attraktiv für Fußgänger könnte auch der Mühleweg sein, wie es hieß, wenn da nicht so viele Autos „durchbrettern“ würden. Deshalb wurde der Ruf nach einer Anliegerstraße laut. Und nach Schatten spendenden Bäumen.

Weniger Verkehr

Eingangs hatte der SPD-Vorsitzende Christian Leszkowski darauf hingewiesen, dass gemäß einer früheren Studie 80 Prozent des Verkehrs in Maulburg „hausgemacht“ ist. „Jeder hat eine gute Ausrede, weshalb er das Auto benutzt“, meine Leszkowski, um dann die Zuhörer aufzufordern, Vorschläge zu machen. Ein Zuhörer meinte, man müsse Anreize schaffen und wartete mit einem unkonventionellen Vorschlag auf: Wer nicht mit dem Auto bei der Eisdiele vorfährt, sollte in Form einer Kugel Eis belohnt werden. Den Umstieg aufs Fahrrad könnten auch geeignete Fahrradabstellplätze erleichtern. Auch ein autofreier Tag sei denkbar. Ein Zuhörer erinnerte daran, dass die BVM vor zwölf Jahren einen (von Herbert Roser gesponserten) Citybus initiiert habe. Weil eine Bezuschussung von der Gemeine abgelehnt worden sei, sei er eingestellt worden. Der Zuhörer regte einen neuerlichen Vorstoß an. Auch die Regio-S-Bahn und weitere Haltestellen waren ein Thema. Dabei wurden Erinnerungen wach an das zweite Gleis in Maulburg, das die Begegnung zweier Züge möglich gemacht hatte, dann aber abgebaut wurde.

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