Maulburg Gediegen statt emotional und feurig

Carol Andrade (Gesang) und Alex Maia gastierten mit „Liedern für Zwei“ im Maulburger „Dorfstübli“. Foto: Gerd Lustig Foto: Markgräfler Tagblatt

Brasilien – wer denkt da nicht an Samba, Flamenco und Bossa Nova oder an quirliges Treiben und Farbenpracht. Der jüngste Abend im „Dorfstübli“ in Maulburg zeigte allerdings eine andere Facette des musikalischen Brasiliens. Zu Gast war das Gesangs- und Gitarrenduo Carol Andrade und Alex Maia. Und es wurde ein Abend der leisen, mitunter ganz leisen Töne. Flamenco und Samba lagen in den eher besinnlichen 75 Minuten in weiter Ferne.

Von Gerd Lustig

Maulburg. Die beiden Künstler aus der Metropole Sao Paulo, die derzeit durch Europa touren, kamen mit gediegenen statt emotionalen und feurigen Klängen daher. Die beiden servierten ihr Programm „Canção pra dois – Lieder für Zwei“.

Das Repertoire von Carol und Alex, die selbst seit nunmehr 22 Jahren auch abseits der Bühne ein Paar sind, umfasst Stücke berühmter, hierzulande aber eher weniger bekannter brasilianischer Komponisten wie Tom Jobim, Djavan, Gilberto Gil, Caetano Veloso, Chico Buarque und anderer.

Die Lieder handeln von Herausforderungen und Freuden des Zusammenlebens, von Liebe, Streit, Auseinandersetzungen und Diskussionen: all das wird von Carol Andrade mit ihren eigenen Texten in die Songs verpackt.

Alex Maia begleitet seine Partnerin mit virtuosem Gitarrenspiel. Und mit seinen flinken Händen entlockt er seinem Instrument so manch speziellen Effekt. Alles wirkt dabei wunderbar eingeübt, aufeinander abgestimmt und harmonisch.

Und keine Angst: Portugiesisch, wie es ja in Brasilien gesprochen wird, brauchte man nicht unbedingt an diesem Abend zu können. Das Meiste, worum es da in den Liedern ging, konnte man sich auch mit ein wenig Fantasie selbst zusammenreimen und war in der Lage, es zu verstehen und zu erahnen.

Mit ihrem Leben als „Duo“ setzen sich die Musiker auf ihrem aktuellen Album „Canção para Dois“ gründlich auseinander, haben dabei auch einiges von anderen abgeschaut oder haben es erlebt. Es geht um die tagtäglichen großen und kleinen Dramen im Lebens eines Paares, ihre Freuden, Konflikte und deren Überwindung. Die Vielfalt, aber auch die Unterschiede werden dabei durch unterschiedliche Intensität der musikalischen Darbietung widergespiegelt.

Das Duo erweckt die Geschichten quasi zum Leben und trotzt allen Widrigkeiten nach dem Motto: „Singe, was auch immer war und da kommt - und lebe“. Gleichwohl betont Carol trotz allen gemeinsamen Tuns: „Auch bei einem Paar ist jeder ein Individuum, ein eigener Mensch.“ Grundsätzlich appelliert die Sängerin aber dafür, das Herz zu öffnen und der Herzlichkeit, Ehrlichkeit und Offenheit mehr Raum zu geben. Wie wahr!

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