Maulburg Guter Sachwalter der Gemeinde

Maulburg - In einer Feierstunde im Rathaussaal wurde am Mittwoch Rechnungsamtsleiter Dietmar Heitz nach fast 33-jähriger Tätigkeit bei der Gemeinde Maulburg in den Ruhestand verabschiedet.

Wie ein roter Faden zog sich die Buchstabenkombination „NKHR“ – sie steht für das neue kommunale Haushaltsrecht –­ durch die Laudatio von Bürgermeister Jürgen Multner, der in einer launigen Rede, verknüpft mit zahlreichen Anekdoten, vor einer stattlichen Mitarbeiterkulisse den Werdegang und Verdienste des Kämmerers schilderte. Urteils- und entschlusskräftig und immer über den eigenen Tellerrand hinausblickend, so charakterisierte Multner den scheidenden Rechnungsamtsleiter, der sich auch als Sachwalter der Gemeinde und der Bürger sah. Dabei war Heitz immer auch mit dem Herzen und mit Emotionen bei der Sache.

Alle, die ihn kennen, wissen, dass die Worte „Liebi Lüt“ eine ganz besondere Bewandtnis haben, meinte Bürgermeister Multner in seiner Laudatio: „Wenn Sie diese Worte aussprechen, bevorzugt im Gemeinderat, dann ist das Fass kurz vor dem überlaufen.“ Bei den Kolleginnen und Kollegen, aber auch bei Gemeinderat und Bürgermeister, sei Heitz gut angesehen und im Rechnungsamtsteam als Chef respektiert und anerkannt, sagte Multner.

Kurz streifte das Gemeindeoberhaupt die Dienstzeit in Maulburg, die Heitz als 32-jähriger Oberinspektor begann und als 65-jähriger Oberamtsrat beendete. Die Gäste bat der Bürgermeister zu schätzen, wieviel Geld Dietmar Heitz in den ganzen Jahren in Maulburg bewegt hat. Angela Gimpel (Bauamt) kam der mehr als eine halbe Milliarde Euro am nächsten.

Neben der eigentlichen Kerntätigkeit im Rechnungsamt hatte es auch eine stattliche Anzahl von Projekten gegeben, die umgesetzt werden mussten. Beim Grundschulneubau, der 1993 auf der Agenda stand, gelang Heitz ein Meisterstück. Sein Ausgleichsstockantrag war von Erfolg gekrönt. Multner: „Diese Meisterleistung müssen Sie sich von den Kämmererkolleginnen und –kollegen aus dem Landkreis bis heute neidvoll kommentieren lassen.“.

Aufgefallen ist Bürgermeister Multner die ungeheure Anzahl von Fortbildungs- und Weiterqualifizierungsmaßnahmen. Lebenslanges Lernen war für Heitz keine bloße Redensart, sondern gelebte Praxis.

Nicht unerwähnt lassen mochte Multner Heitz` Tätigkeit als stellvertretender Grundbuchratschreiber, die ihm ab November 1987 angedient wurde, und für welche er sich fachlich ebenfalls auf dem Laufenden halten musste. Ebenfalls bemerkt wurde die Tatsache, dass der Kämmerer in seinem 47-jährigen Berufsleben nur drei Arbeitgeber hatte: die Städte Lörrach und Weil am Rhein und die Gemeinde Maulburg.

„Sie haben sich voll und ganz mit der Gemeinde Maulburg identifiziert und im Dienste für die Allgemeinheit auch persönliche und familiäre Einschränkungen hingenommen. Sie waren an der Entwicklung unserer Gemeinde maßgeblich beteiligt und haben sich große Verdienste erworben. Die heutige Abschiedsfeier soll deshalb auch ein Zeichen der Anerkennung und des Respekts vor einer großen Arbeitsleistung sein“, so Multner.

Als Präsent der Gemeinde hatte Heitz ein Bild des Künstlers Bruno Haas erhalten. Personalratsvorsitzende Stephanie Junker überreichte als symbolträchtige Gabe ein Fahrradschloss. Heitz kam, sobald es das Wetter zugelassen hatte, mit dem Velo, das er gewissenhaft mit dem eigenen Schloss sicherte, zur Arbeit.

Das Geldgeschenk musste sich Dietmar Heitz erst verdienen, und zwar in Form eines originellen Quiz` zu den Themenbereichen „Maulburg in Zahlen und Fakten“, „Rathaus“, „Außenstellen“ und „Heitz-Spezial“. An dem Quiz schien Heitz genauso viel Spaß zu haben wie die Quizmaster und das Publikum. Dass nun der Ruhestand naht, zeigte sich dabei auch daran, dass der Rechnungsamtsleiter bei der Frage nach seiner Bürozimmernummer im Rathaus den Publikumsjoker bemühen musste.

In seiner Rede bedankte sich Heitz für die „tolle Überraschung“. Als er vor 33 Jahren bei der Gemeinde Maulburg als Rechnungsamtsleiter angefangen habe, sei dies für ihn eine Herausforderung gewesen. Nicht nur Personalgröße, auch das Aufgabenspektrum habe sich in dieser Zeit stark verändert. Dank der guten Steuerkraftsumme habe Mauburg diese Aufgaben bisher gut meistern können, wenn es auch Jahre gegeben habe, in denen die Gewerbesteuereinnahmen eingebrochen sind.

Obwohl viele Arbeiten im Laufe der Zeit zur Routine geworden seien, habe es immer wieder neue Herausforderungen gegeben, zuletzt in Form der Einführung der doppischen Buchführung. Um all diese Aufgaben zu stemmen, habe immer ein hoch motiviertes Mitarbeiterteam zur Verfügung gestanden.

Grundsätzlich habe die Arbeit immer Spaß gemacht, wenn es auch manchmal stressig gewesen sei. Seinem Nachfolger Ingo Röslen wünschte er einen guten Start und stets positive Rechnungsabschlüsse.

Mit einem Gedicht verabschiedete sich Heitz. An dessen Ende hieß es: „Nun ist es Zeit, den Blick zu wenden, ich werde mal `ne Karte senden“.

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