Maulburg In schwierigem Umfeld gut behauptet

Der VR-Bank-Vorstand mit den wiedergewählten Aufsichtsräten: (von links) Ines Niederschuh, Alexander Graf, Andreas Philipp und Bernhard Schlageter. Foto: Heiner Fabry Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Vorstände der VR-Bank Schopfheim-Maulburg konnten ihren Mitgliedern bei der Vertreter-Versammlung am Dienstag von einem zufriedenstellenden Ergebnis im Jubiläumsjahr 2015 berichten.

Maulburg (hf). Das betreute Kundenanlagevolumen stieg um 20,8 Millionen Euro (entspricht 5,1 Prozent), das Kundenkreditvolumen erhöhte sich um 37 Millionen Euro (entspricht 8,2 Prozent). Das Jahresergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit liegt mit 4,2 Millionen Euro nur knapp unter dem Vorjahresergebnis. Die Vertreter-Versammlung folgte einstimmig dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat und stimmte einer Dividendenzahlung an die Mitglieder von 4,75 Prozent zu, das entspricht insgesamt 248 471,05 Euro, die an die Mitglieder ausgezahlt werden.

In ihren Ausführungen machten die Vorstände Ines Niederschuh und Bernhard Schlageter aber auch klar, dass die Rahmenbedingungen für die Banken schwieriger werden. Niedrigzinspolitik der EZB und ständig steigende regulatorische Vorschriften belasten gerade die mittleren und kleineren Banken. Ob für die kommenden Jahre die gewohnte Dividende von 4,75 Prozent aufrecht erhalten werden kann, ließ Vorstand Bernhard Schlageter daher offen.

In seinem Jahresbericht ging Vorstand Bernhard Schlageter auf ein „betriebswirtschaftlich erfolgreiches Jahr“ ein, freute sich über 23 000 Kunden, „von denen über die Hälfte gleichzeitig Miteigentümer ihrer VR-Bank eG Schopfheim-Maulburg sind“, sparte aber auch kritische Kommentare nicht aus.

Die Europäische Zentralbank habe den über Jahrzehnte vertrauten Pfad der Geldpolitik der Deutschen Bundesbank verlassen, beklagte Bernhard Schlageter angesichts der andauernden Niedrigzins-Politik. Für die Sparer werde es immer schwieriger, das Kapital zu erhalten, und für die Banken sei es fast nicht mehr möglich, auskömmliche Margen zu erzielen. Dazu komme eine überbordende Regulierung, welche massiv die Kosten erhöhe.

Vorständin Ines Niederschuh griff in ihrem Bericht diese Kritik auf. Neue Kennziffern seien einzuhalten, neue Meldungen an die Bundesbank müssten getätigt werden, zusätzliche Beratungs- und Dokumentationspflichten müssten erfüllt werden. „All diesen Aufwendungen stehen leider keine Erträge gegenüber“, beklagte die Vorständin. Trotz dieser Widrigkeiten habe sich die VR- Bank Schopfheim-Maulburg in einem schwierigen Umfeld gut behauptet.

Aber Bernhard Schlageter hatte auch gute Nachrichten in seinem Bericht. So wurde von der deutschen Kreditwirtschaft mit „paydirekt“ ein Internet-Bezahlsystem entwickelt, bei dem Bankkunden – auch die der VR-Bank – Zahlungen per Internet über das vertraute Girokonto abwickeln können. Ein Konto bei einem Online-Finanzdienstleister ist nicht mehr erforderlich. Und weiter hat die VR-Bank im Rahmen ihrer Förderprogramme für Projekte in der Region im November 2015 eine neue „Crowd­funding Plattform“ ins Leben gerufen, über die seither bereits fünf Projekte erfolgreich abgeschlossen werden konnten.

Andreas Philipp, Vorsitzender des Aufsichtsrats, berichtete über die Tätigkeit des Aufsichtsrats und die Prüfung der VR-Bank durch den baden-württembergischen Genossenschaftsverband, der mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk schloss. Dem Vorschlag von Vorstand und Aufsichtsrat, an die Mitglieder eine Dividende von 4,75 Prozent auszuschütten und 400 000 Euro in die Rücklagen zuzuweisen, stimmte die Versammlung einstimmig zu. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet.

Turnusmäßig endete für zwei Aufsichtsräte ihre Amtszeit. Andreas Philipp und Alexander Graf stellten sich aber wieder zur Wahl und wurden einstimmig wieder in den Aufsichtsrat gewählt. Zum Schluss bedankten sich Vorstand und Aufsichtsrat herzlich bei den Mitgliedern für ihre Treue und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre außerordentliche Leistung.

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