Maulburg Keine Mehrkosten für Tagesmutter

Die Kinderbetreuung war Thema im Maulburger Gemeinderat. Foto: dpa/Uwe Anspach

Eltern eines dreijährigen Kindes, die keinen Betreuungsplatz für ihr Kind gefunden haben, dürften sich über den jüngsten Beschluss des Gemeinderats freuen.

Von Christoph Schennen

Maulburg. Der Gemeinderat entschied einstimmig, die Verwaltung zu ermächtigen, mit dem Landkreis Lörrach und den Erziehungsberechtigten eine Vereinbarung über die Übernahme der Kosten in der Kindertagespflege abzuschließen.

Der Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung für Kinder ab dem dritten Lebensjahr beinhaltet - ausgenommen bei besonderem Bedarf - nicht die Kindertagespflege. Diese Art der Betreuung ist jedoch dann besonders gefragt, wenn die Gemeinde das Kind nicht in einer Kindertageseinrichtung unterbringen kann. Eine Tagesmutter kostet wesentlich mehr als ein Platz im Kindergarten der Gemeinde. Eltern zahlen beispielsweise für die Ganztagesbetreuung in der Tagespflege 910 Euro monatlich, in der Kita Wiesental nur 293 Euro monatlich.

Die Vereinbarung sieht nun vor, dass „die Gemeinde dann, wenn sie für über Dreijährige keinen Platz anbieten kann, die Differenz zwischen der Kindergartengebühr und den Kosten der Tagesmutter an den Landkreis erstattet.“ Die Eltern zahlen an die Gemeinde nur den zukünftigen Kitabeitrag. Die Vereinbarung gilt ab 1. September 2021.

Viele Eltern sind in Maulburg nicht auf eine Tagesmutter angewiesen. Am 1. März 2020 waren es 44 Kinder, die - bis auf drei Kinder - weniger als sieben Stunden in der Woche von einer Tagespflegeperson betreut wurden.

Hauptamtsleiterin Jessica Lang schilderte vor der Entscheidung des Gemeinderats, welche Anstrengungen die Gemeinde bei der Betreuung von Kindern bisher unternommen habe und welche Pläne sie für die Zukunft hat. Im letzten Jahr wurde die siebte Gruppe (U3) in der Kita Wiesental und die erste Gruppe (Ü3) im Waldkindergarten in Betrieb genommen, in der Kita Steegmatt der Anschluss an die Mensa geschaffen und die Betreuungsverträge abgeschlossen. Für dieses Jahr kündigte sie die Inbetriebnahme der zweiten Gruppe des Waldkindergartens (U3) an, die oben erläuterte vertragliche Vereinbarung mit dem Landkreis und die Online-Anmeldung für den Kitabesuch. Das Problem in Maulburg ist nicht, dass es an Plätzen mangelt, es fehlt laut Verwaltung das Personal. Deshalb hat die Gemeinde auch die Arbeitsgemeinschaft Personalbindung und -gewinnung gegründet.

Wie sieht die Situation in den einzelnen Einrichtungen aus? Im Kindergarten Steegmatt bestehen die beiden Gruppen der Kategorie „Verlängerte Öffnungszeiten (VÖ) Ü3 (Kinder ab drei Jahren)“ aus 17 beziehungsweise 22 Kindern. Beide Gruppen werden bis 25. Oktober die Maximalbelegung von 25 Kindern erreicht haben. Demnächst werden zusätzlich 15 Kinder betreut.

Auch die Gruppen in der Kita Wiesental bekommen nach und nach Zuwachs. Ein weiteres Kind kommt nächste Woche in die Ganztag (GT)-U3-Gruppe, die beiden VÖ-U3 (Kinder unter drei Jahren)-Gruppen wachsen bis 4. April 2022 auf jeweils zehn Kinder, die beiden GT Ü3-Gruppen auf jeweils 20 Kinder bis 15. April 2022 und die beiden VÖ Ü3-Gruppen auf jeweils 25 Kinder bis 30. Juni 2022. In den Waldkindergarten gehen derzeit 22 Kinder (VÖ Ü3). Sechs weitere Anmeldungen (darunter drei Ü3-Kinder) für die 20 Plätze umfassende zweite Gruppe sind bereits berücksichtigt und eine vorzeitige Aufnahme weiterer Ü3-Kinder ist möglich.

Alexander Speck (fraktionslos) fragte, was Eltern machen, wenn sie keinen Kita-Platz bekommen. In einem solchen Fall sollen sie sich früh mit dem Fachdienst Kindertagespflege, dem Kinderschutzbund Schopfheim, in Verbindung setzen, antwortete ihm Bürgermeister Multner. Kurt Greiner (Freie Wähler) fragte Jessica Lang, ob angesichts des Erzieherinnenmangels die Verwaltung in der Schule Werbung mache für den Erzieherinnenberuf, ob es einen Schnuppertag in den Einrichtungen gebe und ob der Erzieherinnen-Dachverband für den Job werbe.

Jessica Lang entgegnete ihm, dass die AG Personalgewinnung auch schon über einen Schnuppertag nachgedacht habe. Das größte Problem sei es, dass in der Berufsschule die künftigen Erzieherinnen abgeworben würden. Jürgen Multner hält die Praxisintegrierte Ausbildung (PiA) für einen idealen Einstieg in den Beruf. Derzeit absolvieren in Maulburg fünf junge Frauen diesen Vorbereitungsdienst für den Beruf als Erzieherin.

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