Maulburg Narrenzunft erobert das Rathaus

Maulburg - Beim Narrenbaumstellen hatte Bürgermeister Jürgen Multner nicht nur die Rathausschlüssel hergegeben, sondern den Schlüssel gleich an die Interims-Bürgermeisterin Josefine Schanz hergeschenkt.

Dabei hatte Bürgermeister Jürgen Mult­ner spöttisch angemerkt, die Narrenzunft Maulburg brächten ja eh nichts zustande. Das mochten die Narren nicht auf sich sitzen lassen. Und so zogen Oberzunftmeister Roland Kobiella, Interims-Bürgermeisterin Josefine Schanz, verstärkt durch Mitglieder der Schnuure-Clique und der Baumfrevler, mit der Zunftmusik am Morgen des Rosenmontags zum Maulburger Rathaus und übernahmen gleich das Regiment.

Mit großem Getöse ließ die Zunftmusik wissen, dass jetzt ein anderes Regiment angebrochen ist. Matthias Lang besetzte das Bürgerbüro und nahm mit Josefine Schanz gleich die Arbeit auf. Als erster meldete sich ein Bürger am Telefon und verlangte das Fundbüro. Er hatte am Samstag im närrischen Trubel seine Fasnachtsmaske verloren und wollte wissen, ob diese vielleicht abgegeben worden sei. Dann erschien Andreas „Icke“ Paul und beantragte Asyl in Maulburg. In Schopfheim wolle er nicht mehr leben, sagte er, und verlangte Aufnahme und Versorgung in Maulburg. „Matze“ Lang und „Josy“ Schanz versorgten ihn mit einem Ortsplan von Maulburg sowie nützlichen Informationen und Broschüren, damit er sich im Wiesedorf zurecht finden kann.

Vor dem Bürgerbüro verlas die neue Bürgermeisterin ihre närrische Proklamation. Der Bürgermeister verfüge monatlich über 4999 Euro, die er ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat für gemeinnützige und kulturelle Zwecke ausgeben könne, hieß es in der Proklamation. Die Maulburger Gastronomen seien angehalten, Deutsch in Wort und Schrift zu beherrschen. Dafür wurden jeweils zwei VHS-Kurse angesetzt. Die Unterstützung der Kulturvereine soll ausgeweitet werden. Nicht aber für den TuS Maulburg, der habe ja die Sporthalle. Der Muni­stall solle ausgebaut und mit sanitären Anlagen versehen werden. Anspruch auf den neuen Stall sollen nur Kultur-, nicht aber Sportvereine haben. Diese Proklamation wurde amtlich gestempelt und Jürgen Multner zum Aushang im Bürgerbüro übergeben. Dann stürmte die neue Bürgermeisterin in die oberen Gemächer, um ihren neuen Arbeitsplatz in Augenschein zu nehmen. Jürgen Multner führte sie in sein Büro und erklärte die täglichen Gepflogenheiten im Rathaus.

Nachdem die beiden Bürgermeister überein gekommen waren, dass auch im kommenden Jahr wieder ein Nachtumzug stattfinden soll, räumte die närrische Abordnung das Feld und begab sich zu den Kindergärten, um die Kinderfasnacht zu unterstützen.

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