Maulburg „Noch ein paar Jahre gesund und munter bleiben“

Malermeister, Musiker und Fasnächtler mit Leidenschaft: Hans Sänger kann heute in Maulburg seinen 90. Geburtstag feiern.      Foto: Ralph Lacher Foto: Markgräfler Tagblatt

Maulburg (os). „Ich bin immer aktiv, auch im hohen Alter noch. Das ist mit meinem Humor zusammen wohl der Grund dafür, dass ich recht fit alt geworden bin“. Das sagt Hans Sänger. Der Malermeister, Musiker und Fasnächtler aus Leidenschaft feiert heute seinen 90. Geburtstag in bester körperlicher und geistiger Verfassung.

Geboren wurde Hans Sänger am 9. Dezember 1929 als jüngstes Kind einer Maulburger Werkmeisterfamilie. In Maulburg wuchs er auf, ging in den Kriegsjahren in Schopfheim auf die Realschule, ehe er Anfang 1945 eingezogen wurde. An die Fahrt quer durch Deutschland mit der SS, der Gefangenschaft in Tirol und dann nach Kriegsende die Rückkehr per Fußmarsch nach Maulburg erinnert er sich noch genau.

Schlimme Erinnerungen habe er an die Nazizeit, etwa die Kontakte mit KZ-Insassen im bayrischen Dachau. Geblieben sei ihm die Überzeugung, andersdenkende und andersartige Menschen zu akzeptieren, sagt Hans Sänger.

In Maulburg absolvierte er eine Malerlehre, arbeitete einige Zeit auch in der Schweiz, wo er auch die Kunstgewerbeschule besuchte und machte 1954 seinen Meister in München. 1954 sei ein wichtiges Jahr gewesen: zuerst der Meisterbrief, dann die Hochzeit mit der Maulburgerin Ingeborg Stiefvater und dann im Herbst die Gründung eines eigenen Malergeschäfts in Steinen.

Vier Jahre später zog er mit dem Geschäft ins Elternhaus, baute den Stall zur Malerwerkstatt um. Als die Familie Sänger ihr Eigenheim für den Neubau der Wiesentalschule zur Verfügung stellen musste, erbaute man mit viel Eigenleistung ein Haus mit Werkstatt in der Dorfmatt. Dort lebt Hans Sänger nach wie vor und führte bis 1992 den Malerbetrieb. Die Ehe mit Ingeborg blieb kinderlos; im Ruhestand unternahmen die Sängers viele Reisen, von denen das eine Hobby des Jubilars, das Fotografieren, viele Erinnerungen wach hält. Viel Raum in Hans Sängers Leben nimmt die Musik ein. Immer noch spielt er Geige. In jungen Jahren hatte er eine Tanzkapelle, die als „Die drei Hanseros“ sogar zu Rundfunk- und Fernseh-Auftritten kam. Lange Jahre war er dazu im Harmonikaorchester Maulburg aktiv als Multi-Instrumentalist. Desweiteren gründete er in jungen Jahren die Narrenzunft mit und war später auch Oberzunftmeister. Auch den Skiclub Maulburg, wo er mit seiner Ehefrau Ski-Langlauf und Wandern betrieb, gründete er mit und leitete verschiedene Gruppen. Bei der 1200-Jahr-Feier Maulburgs war er für den kulturellen Teil des Programms zuständig. Berufsständisch übernahm er Verantwortung in der Malerinnung des Kreises Lörrach, auch als Obermeister.

Sein Leben sei richtig gut gelaufen, obgleich es auch schwierige Phasen wie der Tod der Ehefrau gab, betont der Jubilar. Mit Unterstützung der Freunde und Nachbarn habe er diese schwierige Zeit gemeistert, sagt Hans Sänger. Er ist dankbar dafür, dass er über all die Jahre gesund geblieben ist - sein Lebensmotto lautet „Immer in Bewegung bleiben“ -, dass er sich nach wie vor selbst versorgen kann, auch den Garten noch macht und tägliche Touren mit den Nordic Walking-Stöcken unternimmt. Der agile Jubilar feiert seinen 90. Geburtstag heute zuhause und am Wochenende im größeren Stile in einer Gaststätte. Größere Wünsche hat der bescheidene Jubilar keine: „Wenn ich noch ein paar Jahre gesund und munter bleibe, dann ist alles gut“, meint Hans Sänger im Blick voraus.

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