^ Maulburg: Politik ist ein zeitintensives Geschäft - Maulburg - Verlagshaus Jaumann

Maulburg Politik ist ein zeitintensives Geschäft

Holger Schlicht
Jugendliche im Gespräch mit Gemeinderatskandidaten: Nach einer gewissen Zeit wechseln sie zum nächsten Tisch. Foto:  

Zahlreiche Jugendliche sind zur Veranstaltung „Politik & Pizza“ gekommen: Es ging um Geld und Zeit für das politische Ehrenamt und um lokale Fragen.

Das mittlerweile bewährte Format „Politik & Pizza“ fand nun im Dorfstübli in Maulburg statt. Das gemütlich eingerichtete „Stübli“ ist der richtige Platz, um in lockerer Atmosphäre zusammenzusitzen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Das Format

Das Format wurde ins Leben gerufen, um mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und über Politik und die jeweilige Kommune oder Gemeinde zu sprechen. Die Jugendlichen sollen befähigt werden, sich eine eigene Meinung zu bilden, zu lernen und sich zu positionieren. Veranstalter des Formats ist die AG Jugend im Landkreis Lörrach. Das Konzept beruht darauf, die Kandidaten der jeweiligen Fraktionen kennen zu lernen und ihnen Fragen stellen zu können.

Viele interessierte Jugendliche kamen ins Dorfstübli, alle Stühle und Sofas waren besetzt. Nach einer kurzen Ansprache der neuen Bürgermeisterin Jessica Lang stellten sich die sechs Kandidaten für den Gemeinderat von der SPD, den freien Wählern und von „Wir für Maulburg“ für den Gemeinderat vor, um sich dann zu den Jugendlichen zu setzen und sich ihren Fragen zu stellen. Das Format sieht jeweils ein bestimmte Zeit für das Tischgespräch vor, dann wechseln die Jugendgruppen zu einem anderen Tisch mit einem anderen Kandidaten. Die Kandidaten, die mit den Jugendlichen diskutierten waren: Heidrun Seidensticker, Freie Wähler, Daniel Ammann, Freie Wähler, Anna-Lena Kiefer, SPD, Georg Racke, SPD, Stephanie Scarr und Markus Meßmer von „Wir für Maulburg“.

Als Moderatoren führten Nele Dalasch und Lukas Zimmermann vom Jugendparlament aus Weil am Rhein durch das Programm. Bald servierte der Leiter des Dorstüblis, Tobias Hohenstatter die ersten Pizzas und es konnte losgehen mit den Pizza und Politik-Gesprächen.

Jugendliche diskutieren mit Bürgermeisterin Jessica Lang. Foto: Holger Schlicht

Fragen an die Kandidaten

Eine der ersten Fragen an die Gemeinderatskandidaten war, wie viel Geld die Räte für den Job im Gemeinderat erhalten würden. Die Frage war an Anna Lena Kiefer, die mit 16 Jahren die jüngste Kandidatin für den Gemeinderat von der SPD an diesem Abend war, gerichtet. Sie entgegnete, dass sie sich darüber keine Gedanken gemacht habe. Bürgermeisterin Lang, die auch in der Runde saß, erklärte, dass es eigentlich ein Ehrenamt sei. Für die Ausübung des Amts, es aber deine Sitzungspauschale von 60 Euro pro Monat und 25 Euro pro Sitzung gäbe. „Das sei ja nicht gerade viel,“ entgegnete der der junge Fragesteller überrascht. Daraufhin meinte Anna Lena Kiefer, dass es eben ein Ehrenamt sei und es darum ginge, sich für das Dorf und das Allgemeinwohl zu engagieren. Das Geld sei eher zweitrangig.

Dies führte auch gleich zu nächsten Frage,wie man neben dem Job oder einer Ausbildung noch zusätzlich ein Ehrenamt ausüben könne, da bleibe nicht viel Zeit für Hobbys oder Freizeit. „Das sei eine Einstellungsfrage,“ meinte Georg Racke, der ebenfalls für die SPD kandidierte. „Wenn jemand etwas zur Kommunalarbeit beitragen oder etwas verändern wolle, müsse er etwas Zeit investieren.“

Weitere Fragen der durchaus interessierten Jugend an die Kandidaten drehten sich um ihre Ziele im Bezug auf ihre Arbeit als Gemeinderat oder Rätin für Maulburg. Zudem brachten sie an, dass es zu wenig Bänke in Schattenplätze gebe. Sie wünschten sich eine Skateranlage sowie ein Netz oder Zaun um das Spielfeld der Wiesentalschule abzugrenzen, denn die Bälle würden auf das angrenzende Gelände fallen. Des Weiteren wollten sie wissen, wann die Entscheidung für einen größeren Jugendraum gefallen sei.

Interesse an Politik

Auf die Frage unserer Zeitung nach dem Interesse der anwesenden Jugendlichen an Politik, antworteten die meisten, dass sie zwar schon interessiert wären, aber nicht gut informiert. Also eigentlich keine Ahnung hätten, was „ gerade so abgeht“. Auf die Frage, über welche Kanäle sie sich informieren würden, gaben die meisten zur Antwort, dass sie, wenn überhaupt, Podcasts anschauen würden. Allerdings würden die Informationen sie meist „erschlagen“, weil sie kompliziert seien. So gäbe so viele verschiedene Meinungen und Ansichten. Auch vertreten die meisten Parteien Ansichten, die sie gut finden, dann zugleich auch Aspekte, die nicht ihren Vorstellungen entsprechen. Von daher sei vielen das Mitmachen in der Politik zu anstrengend und verwirrend.

Zum Abschluss stimmten die Jugendlichen über die anwesenden Kandidaten per Handy ab. Das Ergebnis veröffentlichten die Veranstalter für alle auf die Leinwand.

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