Maulburg Räuchermännchen und Bergmänner

Wenn es um Schmuck zu Ostern oder Weihnachten geht, dann ist Michael Günther für viele die erste Adresse. Kaum einer hat eine so große Sammlung an Oster- und Weihnachtsdekoration wie Günther, der bis vor kurzem in Maulburg wohnte.

Von Harald Pflüger

Maulburg. Von der Mutter inspiriert, widmete sich Michael Günther schon früh den Antiquitäten. Doch richtig Zeit für sein Hobby hat er erst, seit er im Ruhestand ist. Jetzt kann er sich nach den schönen Dingen umschauen, wiewohl die Corona-Pandemie seiner Sammelleidenschaft derzeit Grenzen setzt. Denn fündig wird Michael Günther auf Flohmärkten, bei Haushaltsauflösungen oder dank Mundpropaganda. Ehe sie etwas auf den Müll werfen, fragen manche lieber Michael Günther, ob er Verwendung hat.

Weihnachtsbaum hat eine lange Tradition

Günther kann viel erzählen zum Weihnachtsfest. Fundiert kann er Auskunft geben, wenn es Fragen zum Traditionsfest gibt. Denn die Geschichte des Weihnachtsbaums und des Weihnachtsschmucks reicht weit zurück. Anfang des 16. Jahrhunderts soll der erste Weihnachtsbaum im Elsass gestanden haben. Der Schmuck bestand lange Zeit aus Äpfeln, Backwaren und bunten Blüten aus Papier. Später kamen weitere Schmuckelemente hinzu.

Erzgebirge steht für Weihnachtsglanz

In diesem Jahr präsentiert Günther Teile aus seiner umfangreichen Sammlung an Räuchermännchen und Bergmännern aus dem Erzgebirge. Das Erzgebirge steht wie kaum eine andere Region in Deutschland für den Glanz von Weihnachten. Erzgebirge und Weihnachten, das ist für manch einen eine untrennbare Einheit.

Zur Erzgebirgischen Volkskunst zählen Räuchermännchen, Weihnachtspyramiden, Schwibbögen, Nussknacker oder Bergmanns- und Engelsfiguren. Das Erzgebirge, weiß Günther, hat eine lange Tradition an handgefertigten Weihnachtsfiguren.

Ein Blick in seine Sammlung zeigt den ganzen Facettenreichtum der Figuren. Eine der Produktionsstätten solcher Figuren ist Seiffen. Der Kurort ist bekannt für seine Spielzeugmacher und deren Schauwerkstätten. Das erzgebirgische Seiffen trägt nicht umsonst den Beinamen Spielzeugdorf. Viele von Günthers Figuren stammen vor dort.

Die Produktion von Räuchermännchen, Bergmännern und Co., weiß Günther, ist aus der Not heraus entstanden, so wie hierzulande auch der eine oder andere Nebenerwerb wie etwa das Nagelschmieden.

Aus der Not wurde eine Tugend gemacht

Männer, die im Sommer auf dem Bau arbeiteten, wurden im Winter arbeitslos. Und so machten manche aus der Not eine Tugend, um für den Unterhalt ihrer Familien beizutragen.

Ihre in den Wintertagen gefertigten Figuren verkauften sie auf Märkten wie etwa dem Dresdner Striezelmarkt, einem der ältesten und bekanntesten Weihnachtsmärkte der Welt.

Günther weiß auch: Figuren in Originalverpackung sind wertvoller als solche, die einfach lose im Karton liegen. „Es ist wie bei der Märklineisenbahn“, sagt Michael Günther.

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