Maulburg Thomas Scheytt lässt Dorfstübli beben

Thomas Scheytt hatte einen umjubelten Auftritt im Maulburger Dorfstübli. Foto: Heiner Fabry Foto: Markgräfler Tagblatt

Der offizielle Abschied von Annemarie Weber als Leiterin des Dorfstübli folgt noch, aber schon jetzt nahm der Blues- und Boogie-Pianist Thomas Scheytt mit einem furiosen Konzert Abschied von Annemarie Weber, die er mit Auftritten in diversen Formationen über mehr als 20 Jahre musikalisch begleitet hat.

Von Heiner Fabry

Maulburg . Bei ihrer Begrüßung erinnerte Annemarie Weber daran, dass Thomas Scheytt vor mehr als 20 Jahren an eben diesem Klavier des Dorfstübli sein erstes Konzert in Maulburg gegeben hatte. „Das war ein unglaublich energiegeladener Auftritt, bei dem wir alle ernsthaft in Sorge waren, dass Thomas Scheytt unser Klavier zusammenlegen würde“, erzählte die Leiterin des Dorfstübli. Aber wie damals alles gut ging, so war auch jetzt das Abschiedskonzert ein gelungener Auftritt, der das Klavier schonte und gleichzeitig das Publikum in einen wahren Begeisterungsrausch versetzte.

Thomas Scheytt, der zweifache Gewinner des German Blues Awards und einer der besten Blues- und Boogie-Pianist des Landes, verzauberte seine Zuhörer mit eigenen Kompositionen, traditionellen Blues-Kreationen und natürlich immer wieder mit Ragtime- und Boogie-Woogie-Titeln, die die Gäste zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen.

Der Einstieg in den Konzertabend von Thomas Scheytt war eher verhalten. Mit dem „Mecca Flat Blues“ und der Rag-Time Nummer von Hans-Jürgen Bock, „Merry-Go-Round-Rag“, gab der Pianist einen überzeugenden Einstieg in sein Repertoire, der vom Publikum mit lautstarker Begeisterung gefeiert wurde.

Aber Scheytt ist auch ein Meister der leiseren und besinnlicheren Töne, wie er mit seiner Version von „Georgia on my mind“ unterstrich. Gleichfalls überzeugend gerieten Scheytts Erinnerungen an seine Zeit als Kirchen-Organist. Seine Interpretation einer Sonnenaufgangs-Empfindung „Out of the dark“ ließ die Zuhörer nachempfinden, welch innige Empfindung Orgel- und Blues-Klänge miteinander aufscheinen lassen können.

Aber die am lautesten bejubelten Titel sind immer noch Scheytts Boogie-Titel, welche die Zuhörer buchstäblich von den Stühlen rissen. Der „Flowerstreet-Express“ oder der „Boogie-Woogie Stomp“ donnerte mit Urgewalt durch das Dorfstübli. Wobei nicht ganz eindeutig war, ob die unbändige Spielfreude von Thomas Schett auf das Publikum übersprang. Oder ob es die wilde Begeisterung des Publikums war, die den Künstler zu seinem virtuosen Spiel animierte. Lauter Szenenapplaus war jedenfalls ein untrügliches Zeichen dafür, dass die Zuhörer im Dorfstübli mit ganzem Herzen bei der Sache waren.

Zum Ende seines Auftritts würdigte Thomas Scheytt die Leistung Annemarie Webers, die über 30 Jahre lang das Maulburger Dorfstübli als eine Institution in der Gemeinde in der Jugendarbeit und als Träger des kulturellen Lebens etabliert hatte. Die Gäste dankten mit einem gewaltigen Applaus.

Dann animierte Scheytt seine Zuhörer, mit ihm zusammen zu singen. „Es muss nicht wirklich korrekt sein“, so der Künstler, „aber es muss richtig laut sein.“ Und zum Abschluss eines Konzerts, das man nicht so bald vergessen wird, sang das ganze Dorfstübli mit Inbrunst gemeinsam den Gospel „Put your hand in the hand“.

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