Maulburg Weitere Nutzung im Ungewissen

Maximilian Müller
Die Zukunft der Kirche St. Paul ist ungewiss. Sie befindet sich auf einem parkähnlichen Grundstück. Foto: Archiv

Auf der einen Seite ein Sanierungsstau, dessen Behebung mit mehr als einer Million Euro zu Buche schlagen würde, auf der anderen Seite etwa drei Gottesdienste im Monat. Bei einer Gemeindeversammlung in Höllstein ging es um die Zukunft der Kirche St. Paul in Maulburg. Eine Lösung ist noch nicht in Sicht.

Von Maximilian Müller

Maulburg. Die Elektrik ist in einem so desolaten Zustand, dass der Arbeitsschutz eine Sperrung vorsieht, durch das Dach tropft das Wasser, die Heizung ist überaltert und eine Dämmung fehlt. Zudem bröckelt an einigen Stellen der Putz ab. Das Erzbischöfliche Bauamt schätzt, dass der Investitionsstau für rund 576 000 Euro außen und 489 000 Euro innen behoben werden kann.

Elektro-Check löst Schließung aus

Gleichzeitig stellt es in seiner Stellungnahme die Frage nach dem Kosten-Nutzen-Verhältnis – insbesondere vor dem Hintergrund der anstehenden Neustrukturierung der Gemeinden.

Dementsprechend gedrückt war die Stimmung bei der Gemeindeversammlung, die Pfarrer Michael Latzel und der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Wolfram Gniewosz leiteten. Die Stellungnahme des erzbischöflichen Bauamts erläuterte Johannes Hermann von der Verrechnungsstelle in Schopfheim.

Hintergrund der Schließung war ein Elektro-Check. Bei dem war aufgefallen, dass die Installation nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und es mehr Sicherungsvorkehrungen braucht. Rund 46 000 Euro veranschlagte die Elektrofirma für die Instandsetzung. Das erzbischöflche Bauamt wurde um Stellungnahme gebeten. In der wurde die Sinnfrage des Gebäudes gestellt.

Im kulturellen oder sozialen Bereich

Er sei nicht von einem so raschen Handlungsbedarf ausgegangen, sagte Pfarrer Michael Latzel. Das Gebäudekonzept der Gemeinde habe eher vorgesehen, dass man sich der Kirche etwa im Jahr 2030 widmen würde. Diese Ausgaben könne die Gemeinde sich in keiner Weise leisten. Da müsste auch „Freiburg“, also das erzbischöfliche Ordinariat, mitreden – oder es komme eine unverhoffte große Spende. Eine Lösung des Problems könne man noch nicht anbieten, so weit sei es noch nicht.

Und wenn die Gemeinde die Kirche aufgeben sollte, was passiert dann mit dem Gebäude? Auch das ist unklar. Aber eine Umnutzung unterliege klaren Regeln, machten Pfarrer Latzel und Gniewosz deutlich. Das Gebäude, in dem so viele Menschen gebetet hatten, müsste einem kulturellen oder sozialen Zweck haben. „Schindluder darf man damit nicht treiben“, sagte Gniewosz.

Man bleibe auf jeden Fall im Gespräch mit dem erzbischöflichen Ordinariat und der Diözese, betonte Pfarrer Latzel. Er gehe davon aus, dass bald mehr Kirchen von ähnlichen Problemen wie die Filialkirche St. Paul betroffen seien.

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