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Maulburg Wo Inklusion gelebt wird

Adrian Steineck

Politik: Kultusministerin Theresa Schopper besucht Wiesentalschule / 15 Autisten werden unterrichtet

Bei ihrem ersten Besuch im Landkreis Lörrach informierte sich Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) am Donnerstagmorgen über die Situation an der Maulburger Wiesentalschule, die als Gemeinschaftsschule betrieben wird. Am Nachmittag stand ein Besuch am Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) Helen-Keller-Schule in Maulburg an.

Von Adrian Steineck

Maulburg. Die Ministerin war auf Einladung des heimischen Grünen-Landtagsabgeordneten Josef „Josha“ Frey nach Maulburg gekommen. Bei ihrem Besuch erfuhr sie einiges über den Schulalltag an der Wiesentalschule. Rektorin Heike Schmarje ging auf das pädagogische Konzept ein, zu dem auch individualisiertes Lernen gehört. „Die Beziehung zum Schüler ist das A und O“, sagte die Schulleiterin und betonte, dass diese nur durch eine entsprechende Personaldecke möglich sei, die das individuelle Eingehen auf jedes Kind ermögliche.

Heterogene Schülerschaft

Die aus 460 Kindern und Jugendlichen bestehende Schülerschaft an der Wiesentalschule bezeichnete die Schulleiterin als „sehr heterogen“. In der Sekundarstufe würden unter anderem 15 Autisten unterrichtet. „Es läuft nicht alles glatt bei uns, aber wir versuchen immer, individuelle Lösungen zu finden“, brachte Schmarje es auf den Punkt. Das sei es auch wert, betonte sie. Sie sei stolz, wenn sie sehe, wie die Zehntklässler sich in ihrer Zeit an der Wiesentalschule entwickelt hätten.

Auch auf das Thema Inklusion ging die Schulleiterin ein. Hier arbeitet die Wiesentalschule seit vielen Jahren mit der benachbarten Helen-Keller-Schule als SBBZ zusammen. Das beginne mit stundenweisen Kooperationsgruppen und gehe hin zu Inklusionsklassen. Auch mit der Tüllinger Höhe als Schule für Erziehungshilfe und seit kurzem auch mit dem SBBZ Stegen, das einen Förderschwerpunkt Hören aufweist, arbeitet die Wiesentalschule zusammen. Eine Inklusionsklasse besuchte Kultusministerin Theresa Schopper auch im Rahmen ihres Rundgangs durch das Schulgebäude.

Als eine der Leuchtturmschulen im Landkreis Lörrach bezeichnete Schulamtsdirektor Rudolf Schick die Wiesentalschule. Auch sei hier der Personalmangel nicht ganz so schlimm wie an anderen Standorten. Helios Scherer vom Staatlichen Schulamt Lörrach nannte drei Standbeine, die den Schulbetrieb in dieser Form ermöglichen würden. Das seien die hervorragende Leitung, das gute Kollegium und drittens ein Schulträger, der sich in einer entspannten Situation befinde. „Wir müssen uns für alle Menschen öffnen“, sagte er und sprach in diesem Zusammenhang von „gesteuertem Pragmatismus“.

Schulleiterin Schmarje wünschte sich, dass die Arbeit von Grundschullehrern ebenso bezahlt werde wie jene von Lehrern an weiterführenden Schulen. Hierzu räumte die Kultusministerin ein, dass sie diesen Wunsch sehr gut nachempfinden könne. Aber eine Anhebung der Besoldungsstufe sei auf absehbare Zeit nicht machbar.

Krieg in der Ukraine wirkt sich aus

Mit Blick auf das Weltgeschehen sprach Schopper davon, dass die Corona-Krise so langsam gehe und mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine bereits die nächste Krise heraufgezogen sei. An den Schulen in Baden-Württemberg würden mittlerweile mehr als 3800 aus der Ukraine geflohene Kinder und Jugendliche unterrichtet. Hier sei noch nicht absehbar, wie die Situation sich in den kommenden Jahren entwickle, sagte die Ministerin bei ihrem Besuch in Maulburg.

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