Maulburg Zu massives Bauvorhaben

Soll einem Neubau weichen: Liegenschaft in der Hermann-Burte-Straße in Maulburg.Foto: Christoph Schennen Foto: Markgräfler Tagblatt

Die Gemeinderat hat meistens keine Bedenken, wenn es um die Erteilung von Befreiungen bei einem Bauvorhaben geht. In der Sitzung des Gremiums am Montag wurde nun ein Bauantrag komplett abgelehnt.

Von Christoph Schennen

Maulburg. Ein Bauherr will in der Hermann-Burte-Straße ein Wohnhaus mit Scheune, das mal als Bauernhof genutzt wurde, abbrechen und statt dessen ein Mehrfamilienwohnhaus (MFH) mit acht Wohneinheiten und einer Gewerbeeinheit (Büro) sowie einer Tiefgarage errichten. Zur Straße hin hat das MFH drei Geschosse, im Osten zwei Geschosse. Zwei Vierzimmer-Wohnungen erstrecken sich über das zweite Ober- und das Dachgeschoss.

Der Architekt hat die Wohnbaupläne dem Gemeinderat in einer nicht-öffentlichen Sitzung vor mehr als einem Jahr vorgestellt. Als Bürgermeister Jürgen Multner einige Zeit später die Pläne des Architekten erneut bekam, war er überrascht, dass dieser die Bauanträge so eingereicht hat, wie sie dem Gemeinderat nun vorliegen.

Insbesondere die Massivität des Bauvorhabens stößt auf Widerspruch. Vor allem die erhebliche Überschreitung der Baugrenze um elf Meter, die durch die Errichtung des Anbaus verursacht würde, stört die Gemeinderäte.

Kurt Greiner (Freie Wähler) sagte, der Komplex passe nicht in den Bereich. Christof Schwald (Freie Wähler) äußerte sich ähnlich und meinte, das Gebäude passe nicht in dieses Baugebiet. Christian Leszkowski (SPD) kritisierte, dass das geplante Gebäude die Nachbarhäuser um ein Stockwerk überrage. Die Firsthöhe des Neubaus beträgt 13 Meter. Das sind 1,10 Meter höher als der Bestand und 20 Zentimeter höher als das Nachbargebäude. Die Traufhöhe liegt beim Neubau bei 9,85 Meter und damit dreieinhalb Meter höher als die Nachbarbebauung.

Toleriert werde maximal eine Baugrenzenüberschreitung von zweieinhalb Meter, betonte der Bürgermeister. „Das ist geübte Verwaltungspraxis.“ Was über diese Grenze hinausgehe, bedürfe einer Bebauungsplanänderung. Multner wies daraufhin, dass der Bauherr den Bebauungsplan (Innerdorf II) gekannt habe, als er das alte Gebäude kaufte. Er müsse Rücksicht auf die Umfeldbebauung nehmen und sich am Bebauungsplan orientieren.

Der Gemeinderat entschied mehrheitlich, keine Befreiungen für das Bauprojekt zu erteilen. Der Bauherr muss seinen Gebäudeplan nun etwas abspecken.

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