«Mobilisieren, was wir können» Merkels Botschaft aus der Quarantäne: "Seien Sie geduldig"

Die Ansprache der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa Foto: dpa

Berlin - Mit einer persönlichen Nachricht hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel aus der häuslichen Quarantäne gemeldet und die Menschen in Deutschland um Geduld in der Corona-Krise gebeten.

Der Mensch sei "nun mal auf Kontakt und Nähe eingestellt, und darauf freue ich mich dann auch wieder", sagte die CDU-Politikerin, die nach Kontakt zu einem infizierten Arzt derzeit zu Hause bleibt, in ihrem am Samstag veröffentlichten Wochenend-Podcast. Klar sei aber: "Niemand kann heute mit gutem Gewissen sagen, er wisse, wie lange diese schwere Zeit anhält." Noch gebe es keinen Grund, die Regeln zu lockern. "Ich muss Sie bitten, seien Sie geduldig."

Meist veröffentlicht die Kanzlerin am Wochenende einen Video-Podcast - Einblick in ihre Berliner Wohnung gewährte sie aber nicht - und sprach ihre Botschaft diesmal am Telefon ein. Merkel grüßte alle, "die jetzt Wohnen und Homeoffice verbinden", wie sie selbst. "Auch wenn es für viele nicht ganz einfach ist, Kinderbetreuung und Arbeit zu verbinden, so kann man von zu Hause doch viel Arbeit schaffen", sagte sie, etwa über Telefon- und Videokonferenzen.

Ihr sei sehr bewusst, wie schwer die Kontakteinschränkungen seien. Fast alle hätten ihr Verhalten völlig umgestellt, die große Mehrheit vermeide unnötige Kontakte. "Danke, von ganzem Herzen danke", sagte Merkel. Nur gemeinsam könnten die Menschen das Land durch eine Prüfung steuern, "wie sie sich niemand hätte vorstellen können". Das Ziel müsse sein, die Zahl der Ansteckungen pro Tag zu senken, damit jeder Infizierte die bestmögliche Versorgung bekommen könne.

Merkel appellierte erneut an die Menschen: "Verzichten Sie weitestgehend auf Kontakte außerhalb des Kreises der Menschen, mit denen Sie zusammenwohnen." Derzeit verdopple sich die Zahl der Neuinfektionen etwa alle fünfeinhalb Tage. Dieser Zeitraum müsse in Richtung von zehn Tagen gehen, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern. "Jeder, der die Regeln befolgt, kann jetzt ein Lebensretter sein."

Merkel zeigte aber auch Verständnis für die Ungeduld mancher, die sich Sorgen um die Wirtschaft oder ihren Arbeitsplatz machten, und versicherte: "Wir mobilisieren, was wir können, um unserem ganzen Land in dieser unsicheren Zeit Sicherheit zu geben."

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