Müllheim 100 Fälle an Waldorfschule

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An der Waldorfschule in Müllheim gab es einen massiven Corona-Ausbruch. Foto: dpa/Center for Disease Control

Müllheim (boe). Einen Corona-Ausbruch mit rund 100 bestätigten Fällen hat es an der Freien Waldorfschule in Müllheim gegeben. Dies teilte Matthias Fetterer, Pressesprecher des Landratsamts, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Es handelt sich um den größten Ausbruch an einer Müllheimer Schule seit Pandemiebeginn. Die derzeit noch 69 aktiven Fälle verteilen sich über alle Klassenstufen, informierte die Behörde.

Bei den Klassen eins bis elf wurde auf Fernunterricht umgestellt. Lediglich die Abschlussklassen werden noch in Präsenz unterrichtet.

Diffuses Infektionsgeschehen

Das Virus sei offenbar von verschiedenen Seiten in die Schule hereingetragen worden, berichtete Fetterer, der von einem diffusen Infektionsgeschehen sprach. Laut Behörde gab es kein „Spreader-Event.“

Wie rasant sich das Virus an der Schule ausgebreitet hat, macht die Schulleitung auf Nachfrage unserer Zeitung deutlich. „Bis zum 19. November hatten wir nur einen einzigen positiven PCR-Test unter unseren 380 Schülern“, teilen Jens Grühn und Helmut Gruber per E-Mail mit. Seitdem habe man jedoch knapp über 100 Infektionen registriert, von den Infizierten befinden sich aktuell noch 86 in Quarantäne. Wie die Schule mitteilt, stammen 230 der insgesamt 380 Schüler nicht direkt aus Müllheim, sondern sind in der gesamten Region beheimatet.

Inzwischen sei das Infektionsgeschehen insgesamt stark rückläufig, heißt es von Seiten der Schulleitung. Demnach seien in den vergangenen drei Tagen nur vier weitere Schüler positiv getestet worden.

Die Schule habe frühzeitig auf die Geschehnisse reagiert und seit dem 22. November zwei stark betroffene Klassen ins Homeschooling entsandt, teilen Grühn und Gruber weiter mit.

Klassen eins bis elf auf Fernunterricht umgestellt

Seit dem 29. November befinden sich alle Klassen bis zur elften Jahrgangsstufe im Fernlernen, nur die Prüfungsklassen 12 und 13 verblieben an der Schule. Diese wiesen laut Schulleitung auch niedrige Infektionszahlen auf. Am 2. Dezember habe man mit dem Gesundheitsamt die Rückkehr aller Klassen in die Schule für den 13. Dezember vereinbart, ausgenommen sind jene Schüler, deren Quarantäne über diesen Zeitpunkt hinaus andauert.

Die Anzahl der infizierten Lehrer sei gering, sodass es keine Engpässe in der Unterrichtsversorgung geben wird, versichert die Schulleitung.

Da Schüler aller Klassenstufen betroffen sind und in der Schule keine für das Infektionsgeschehen relevanten Veranstaltungen stattfanden, gehe die Schulleitung wie das Gesundheitsamt von einem „diffusen Ausbruchsgeschehen“ aus.

Schulleitung: Corona-Auflagen stets umgesetzt

Die Schule habe die Auflagen der Corona-Verordnung stets umgesetzt und ihr Hygienekonzept permanent den aktuellen Bedingungen angepasst, betonen Grühn und Gruber. Verwiesen wird unter anderem auf Testungen, Maskenpflicht, regelmäßiges Lüften und Kohortenbildung. Atteste für Maskenbefreiungen gebe es nur „sehr wenige“. Die Maskenatteste, die von Lehrern der Schule vorgelegt wurden, seien vom Regierungspräsidium überprüft und für qualifiziert erachtet worden. „Da sich die Kriterien für die Atteste von Schülern gelegentlich ändern, werden diese von uns regelmäßig überprüft.“ Unqualifizierte Atteste würden zurückgewiesen, machen die Schulleiter deutlich.

Eine Freiburger Waldorfschule war wegen ungültiger Maskenatteste und eines massiven Corona-Ausbruchs jüngst in die Schlagzeilen geraten.

Die zahlreichen Corona-Fälle an der Müllheimer Waldorfschule tragen zu den insgesamt stark angestiegenen Zahlen in der Stadt Müllheim bei (siehe Infokasten).

Die Stadt Müllheim verzeichnet einen massiven Anstieg bei der Zahl der aktiven Corona-Fälle. Zum Stichtag 2. Dezember gab das Gesundheitsamt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald die Zahl der geschätzten aktiven Fälle mit 212 an – das sind fast doppelt so viele wie in der Vorwoche (115). Mit 212 Fällen ist Müllheim derzeit die Gemeinde mit den meisten aktiven Corona-Fällen im Landkreis. Zwar gab es in den meisten Landkreis-Kommunen Steigerungen, doch nirgendwo so eklatant wie in Müllheim. Zum Vergleich: In Neuenburg am Rhein stieg die Anzahl der Fälle von 62 auf 84, in Auggen von 21 auf 24 und in Bad Krozingen von 143 auf 181.

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