Müllheim 70 Jahre Wein & Hof in Hügelheim

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Auf den 70. Geburtstag stoßen Thomas Benz (links) und Martin Schneider mit einem Glas Rotwein an. Foto: Volker Münch

Müllheim-Hügelheim (mps). Die Winzergenossenschaft „Wein & Hof Hügelheim“ ist in diesem Jahr 70 Jahre alt geworden. Es ist eine kleine, aber dafür sehr leistungsstarke Genossenschaft, die sich durch manche Besonderheit auszeichnet. Gekrönt wurde das Engagement der Genossenschaft im Jubiläumsjahr mit einer hohen Auszeichnung bei der „Frankfurt International Trophy“. Dort erhielt ein Spätburgunder aus Hügelheim den Preis „Grand Gold 2022“.

Dass sich der Hügelheimer Wein auf dem großen Parkett der Weinerzeuger einmal mit Preisen auf sich aufmerksam machen würde, war bei der Gründung der Winzergenossenschaft wohl keinem der künftigen Mitglieder bewusst. Rund 50 Winzer aus dem Dorf und benachbarten Dörfer fanden sich 1952 zu der eingetragenen Genossenschaft zusammen. Sie erwarben in jenem Jahr das Hofanwesen an der heutigen B 3 von der damals selbstständigen Gemeinde Hügelheim. Der amtierende Bürgermeister Karl Sick hatte bereits 1950 den Grundstein für die Gründung der Winzervereinigung gelegt, als er im Namen der Gemeinde den Hof von Maria Sehringer erworben hatte. Seit der Gründung der Winzergenossenschaft wurde der Betrieb stetig ausgebaut. Eine der größten Investitionen leistete sich die Hügeheimer Genossenschaftswinzer in den 1980er-Jahren mit dem Ausbau der Scheune in den großen Keller mit seinem Tanklager. Kontinuierlich wurde auch in die sich stetig veränderte Technik für die Weinproduktion investiert, betont Kellermeister Martin Schneider.

„Es gibt bei uns schon ein paar Besonderheiten“, erzählt Vorsitzender und Geschäftsführer Thomas Benz. Es geht dabei um Kontinuität in vielerlei Hinsicht: So hatte die Genossenschaft seit ihrer Gründung nur drei Geschäftsführer und drei Kellermeister. Kontinuität herrscht auch an der Vorstandsspitze: Jürgen Herrmann ist ebenfalls seit 30 Jahren in dieser Funktion tätig. Die längste Amtszeit hatte der vor einigen Jahren verstorbene Werner Bromberger, der lange beide Funktionen innehatte.

Eine weitere Besonderheit: Die Zahl der Mitglieder blieb bis heute unter 50, die bewirtschaftete Rebfläche überschritt nie die 80-Hektar-Marke. „Wir wollen ganz bewusst klein bleiben und uns auf unser Kerngeschäft fokussieren“, erklärt Benz. Deshalb werden die erstklassigen Weine ausschließlich über den Fachhandel, in die Gastronomie und an den Privatkunden vertrieben. Mit der Umfirmierung von „Winzergenossenschaft Hügelheim“ zur eingetragenen Genossenschaft „Wein & Hof Hügelheim“ ging auch eine Veränderung der Qualitätseinteilung einher. Die Hügelheimer Genossenschaftswinzer verabschiedeten sich von den klassischen Qualitätsstufen und führten als Basisqualität den „Hofwein“, die „Edition M“ als mittlere Qualitätsstufe und die Premiumqualität mit der Bezeichnung „Beste Lagen“ ein. „Im Ergebnis bedeutete das einen weiteren Qualitätsschritt“, betont Kellermeister Schneider und verwies auf die Auszeichnungen. Ein Meilenstein war die Beschreibung im Fachmagazin Vinum als „Entdeckung des Jahres 2020“ und der Gewinn des Deutschen Rotweinpreises. Die Erfolge gerade in den vergangenen Jahren gehen nach Überzeugung Schneiders auf die kontinuierliche Arbeit mit den Winzern und im Keller zurück. Wer die Menschen hinter „Wein & Hof“ kennenlernen möchte, sollte an den kommenden Donnerstagen ab 17 Uhr den Weinhof beim „Winterplausch“ besuchen. Dort gibt es die ausgezeichneten Weine auch zu verkosten. Eine große Feier ist allerdings nicht geplant.

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