Müllheim Abivorbereitung aus der Ferne 

Die Abiturienten haben über Tablets Kontakt zu ihrer Lehrerin Voica Negriceanu, die sie von zu Hause per Video, Tablet und Beamer unterrichtet. Foto: zVg / Lina Brunnemann Foto: Weiler Zeitung

Selbst wenn man nicht erkrankt ist, sorgt das Coronavirus für Herausforderungen im Alltag. Beispielsweise auch an der Gewerblich-Kaufmännischen Schule (GKS) in Müllheim. Die Lehrerin Voica Negriceanu sah sich nach den Fasnachtsferien mit einem für den Schulalltag doch ungewöhnlichen Problem konfrontiert. Sie hatte in einem der Risikogebiete Norditaliens Urlaub gemacht und darf nun diese und die kommende Woche nicht die Schule besuchen, um ihre Kollegen und die Schüler vor einer möglichen Infektionen mit dem Coronavirus zu schützen, wie die Schule mitteilte.

Diese Anweisung des Kultusministeriums Baden-Württembergs gilt sowohl für Schüler als auch für Lehrer.

Zwei Wochen länger Ferien, könnte man meinen, doch so einfach ist das nicht. Denn für einige Klassen stehen bald die Abschlussprüfungen an. „Ich unterrichte eine Abiturklasse in Deutsch. In knapp vier Wochen wird in diesem Fach bereits die Prüfung geschrieben“, erklärt Negriceanu. Sie seien mit dem Stoff zwar bereits durch, aber für die Schüler sei es auch wichtig, die Möglichkeit zur Wiederholung und für „letzte Fragen“ zu bekommen, führt sie weiter aus. „Wenn dafür plötzlich nur noch halb so viel Zeit bleibt, kann das die Schüler schon nervös machen. Arbeitsaufträge und Materialien alleine können das nicht ausgleichen“, sagt sie.

Unterricht per Videoanruf und Beamer

Die Lösung des Problems: Unterricht per Videoanruf. „Fast alle Schüler der Klasse verfügen über ein Tablet und alle Räume unserer Schule sind mit Beamern ausgestattet. Daher war es nicht schwer, das zu organisieren“, erklärt die Lehrerin. Eine Schülerin erklärte sich bereit, ihr Tablet zur Verfügung zu stellen und sich zum Unterrichtsbeginn anrufen zu lassen. Das benötigte Material wurde per E-Mail an die Klasse geschickt.

„Natürlich ist das nur eine Notlösung“, meint Negriceanu. „Richtiges Unterrichten ist so nicht möglich. Man sieht nur, was die Kamera zeigt und kann deshalb den Schülern nicht über die Schulter schauen, um ihre Arbeit zu überprüfen. So ein Unterricht ist daher nur bei Klassen möglich, die entsprechend motiviert sind. Aber zumindest konnten sie mir direkt Fragen stellen, und ich konnte sehen, wo noch Unsicherheiten bestehen.“ Der Unterricht der Zukunft wird also vermutlich nicht so aussehen. Den direkten Kontakt kann die Technik einfach nicht ersetzen, aber sie bietet eine Lösung im Umgang mit dem Coronavirus.

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