Müllheim Agus schlägt die Tieferlegung vor

Die Agus schlägt als Alternative für den Bahnhof Müllheim vor, Bahnsteig 1 als Inselbahnsteig zwischen den Gleisen Freiburg-Basel auszuführen.Visualisierung: zVg Foto: Weiler Zeitung

Müllheim. Die Neugestaltung des Bahnhofs Müllheim treibt weiter die Gemüter um. Zu der Planungswerkstatt der Deutschen Bahn (DB), die am Wochenende stattfand und bei der sich die Bürger mit Vorschlägen einbringen konnten, hat sich jetzt die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (Agus) Markgräflerland zu Wort gemeldet, die mit einigen Vertretern an der Veranstaltung teilgenommen hat.

Konzept für Tieferlegung

Mit dabei hatte die Agus laut ihrer Mitteilung auch das Konzept für einen tiefgelegten Bahnhofsvorplatz, mit dem ein barrierefreier, direkter Zugang zur künftigen Unterführung und damit wesentlich schnellerer Zugang zu den Gleisen möglich würde. Zudem, schreibt die Agus, könne stadt-/ostseits auf Aufzug, Treppe, Rampe und die zugige Wartehalle verzichtet werden.

Mit dieser Lösung ließe sich neben Bussteigen und Empfangsbereich direkt vor der Unterführung in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bäckerei-Café, Fahrkartenverkaufsschalter, WC sowie beheizbarem Warteraum auch eine Fahrradabstellanlage für etwa 400 Räder realisieren, ist die Arbeitsgemeinschaft überzeugt.

„Die zahlreich anwesenden Vertreter verschiedener DB-Firmen konnten die mitgebrachten Fragen digital gestützt geduldig, ausführlich und kompetent beantworten und nahmen die erarbeiteten Vorschläge wohlwollend und detailgenau auf“, schreibt die Agus.

Neue Gleisvariante

Neben dem „Souterrain“-Empfangsbereich der Agus sei bei der Planungswerkstatt mit der Schaffung eines neuen „Hausbahnsteigs“ auf der Westseite der Gleisanlagen auch noch eine neue Gleisvariante ins Spiel gebracht worden: Diese böte mit dem direktem Zugang zu Gleis 5/Neuenburg und wesentlich besserem Wetterschutz im Schatten der westlichen Schallschutzwand etwa für aus Neuenburg zum Industriegebiet Müllheim Pendelnde eine komfortable Lösung, heißt es.

Diese Variante brächte auch mehr Platz auf dem dann gemeinsamen Bahnsteig 1/2 für das Gleis 1, verbunden mit dem Wegfall eines kompletten Bahnsteigs mit dafür nötigen dauerhaften Unterhalt und dem Bau von Aufzug, Treppe und Rampe.

Zuwächse nicht bedacht

Überraschend in diesem Zusammenhang sei, dass die zukünftige neu gebaute zentrale Unterführung kaum breiter werden soll als die heutige, trotz der anvisierten und erwarteten massiven Fahrgastzuwächse, schreibt die Agus weiter. Es sei „überraschend, ernüchternd bis erschreckend“ auch die Erkenntnis, dass eine Entzerrung des Fahrgastbetriebs und ein zweiter Fluchtweg mittels zusätzlicher Unterführung mit zweiten Zugängen zu den Bahnsteigen im Norden (wie sie heute noch existieren) oder Süden derzeit nicht vorgesehen seien.

„Inakzeptable, anmaßende Zumutung“ ist laut Agus auch, bei Ausfall des auf der Ostseite geplanten einzigen Aufzugs auf Barrierefreiheit Angewiesene zum Ausweichen auf die Westseite zu verweisen.

Kritik an Info-Politik

Als „sehr überraschend“ empfinde die Agus auch die erstmalige öffentliche Präsentation der ehrgeizigen städtebaulichen Ambitionen Müllheims am Bahnhof mittels von Bau- und Planungsdezernat ausgehängten großformatigen Ausdrucken. „Erstaunlich, ja bestürzend bis sehr ärgerlich, dass die interessierte Öffentlichkeit erst hier in größerem Umfang davon erfahren und daran teilhaben durfte“, übt die Agus Kritik an der Informationspolitik von Stadt und DB.

Zur Finanzierung schreibt die Agus, dass es gelte, Zuschüsse von dritter Seite zu generieren, habe der Eisenbahn-Knoten Müllheim doch mit seinem Ast nach Frankreich auch europäische Bedeutung.

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