Müllheim Auch bei Regen kein Gedränge mehr

Weiler Zeitung, 19.06.2017 23:24 Uhr

Von Dorothee Philipp

Wenn der Müllheimer Tafelladen an der Klosterrunsstraße um 15 Uhr seine Türen öffnet, herrscht immer großer Andrang. Und bei schlechtem Wetter wurde dieser zum Gedränge im kleinen Foyer vor dem Eingang ins Geschäft. Das hat jetzt ein Ende: Die gesamte Außenfront des Tafelladens ist nun mit einem breiten Vordach geschützt, unter dem es auch bei Regen kein Gedränge gibt.

Müllheim. Gleichzeitig wurden zwei stabile Sitzbänke aufgestellt, um den Kunden einen angenehmen Aufenthalt im Außenbereich zu bieten. Neue Ständer zum sicheren Abstellen von Fahrrädern sind dazugekommen. Der ganze Vorplatz ist hübscher geworden und bietet jetzt mehr Aufenthaltsqualität. Das alles war für den Trägerverein Markgräfler Tafel Grund, am Samstag zu einem Tag der offenen Tür einzuladen, bei dem sich die Besucher die Neuheit anschauen und gleichzeitig über die Arbeit des Vereins informieren konnten.

Die Mitarbeiter hatten alles gegeben, um den Tag festlich zu gestalten. Kuchen, belegte Brötchen, diverse Getränke wurden angeboten, unter dem Dach waren dekorierte Sitzgarnituren aufgebaut. Unter den Gästen waren auch Vertreter der Tafeln in Schopfheim, Rheinfelden und Lörrach, mit denen die Müllheimer Tafel eng zusammenarbeitet. Den Anlass nutzte die Vorsitzende Ingeborg Weber, um auf die enorme ehrenamtliche Leistung hinzuweisen, in der elf ehrenamtliche Tafel-Mitarbeiter das Dach innerhalb einer Woche aufgerichtet hatten. Die Bauleitung hatte der Steinenstadter Architekt Uwe Jordan. Ermöglicht wurde das Projekt durch einen Zuschuss der Stadt Müllheim sowie der finanziellen Unterstützung durch die Sparkassenstiftung und etliche private Spenden.

Das Dach sei mehr als ein Dach, sagte die Vorsitzende mit Hinblick auf die Symbolik von Schutz, Geborgenheit und Raum für viele verschiedene Menschen. „Ein Dach steht auch für Zusammenhalt und Verlässlichkeit“, sagte Weber.

Müllheims Beigeordneter Günter Danksin lobte stellvertretend für die urlaubsbedingt abwesende Bürgermeisterin die 2005 gegründete Tafel als beeindruckende Einrichtung mit einer großen Wirkung in Stadt und Umland. „Die Strukturen haben sich stabilisiert. Wir sind dankbar für die Arbeit, die Sie hier leisten“, sagte er zu den anwesenden Vereinsmitgliedern.

Der Verein zählt heute 190 Mitglieder, von denen sich viele ehrenamtlich in der täglichen Arbeit der Tafel engagieren. Rund 50 Fahrer bewältigen das Einsammeln der Lebensmittel und die Fahrten mit dem Verkaufswagen, der nach einem festen Fahrplan Station macht in Buggingen, Sulzburg, Laufen, Badenweiler, Schliengen, Auggen und in Müllheim an der Waldorfschule. An zwei Tagen ist auch die Filiale in Neuenburg geöffnet, hier habe die Stadt der Tafel freundlicherweise eine Garage zur Verfügung gestellt, sagt Ladenleiterin Heike Knigge.

In der Müllheimer Tafel arbeiten acht Angestellte, drei davon in Vollzeit, die anderen als Minijobber. Ingeborg Weber lobte das gute Betriebsklima sowie die Zuverlässigkeit der Teams.