Müllheim Brückenbau spielt stets eine Rolle

Weiler Zeitung

Von Alexander Anlicker

Mit dem Bau einer Brücke über den Klemmbach hat alles begonnen und auch heute noch spielen Brücken eine wichtige Rolle im Ortsverband Müllheim des Technischen Hilfswerks (THW), der am Freitag im Müllheimer Bürgerhaus mit einem kleinen Festakt das 50-jährige Bestehen feierte. Gefeiert wurde auch der 40. Geburtstag der THW-Jugendgruppe.

Müllheim. Im Juli 1967 baute der THW-Ortsverband Lörrach an der Müllheimer Mühlenstraße eine Brücke über den Klemmbach, mit dem Ziel, auch hier Helfer für die im Jahr 1953 gegründete Bundesanstalt Technisches Hilfswerk zu finden. Mit 23 freiwilligen Helfern wurde dann am 1. Dezember 1967 im Hotel „Bauer“ der Ortsverband gegründet.

Ortsbeauftragter Patrick Winterhalter begrüßte zum Festakt zahlreiche Ehrengäste, darunter den THW-Vizepräsidenten Gerd Friedsam, den Landesbeauftragten Dietmar Löffler, die Bundestagsabgeordneten Armin Schuster und Christoph Hoffmann, den Landtagsabgeordneten Patrick Rapp sowie den Beigeordneten der Stadt Müllheim, Günter Danksin. Ferner hieß Winterhalter die Vertreter befreundeter Hilfsorganisationen willkommen.

Eine eindrückliche Multimedia-Präsentation zeigte die bemerkenswerte Arbeit und das Know-How des Ortsverbands, insbesondere im Brückenbau, auf. Zu den Höhepunkten zählten unter anderem der Bau einer Hängebrücke über den Grenzfluss Dawa zwischen Äthiopien und Somalia im Auftrag des UNHCR im Jahr 1987 oder der Bau von mehreren Behelfsbrücken nach dem Hurrikan „Mitch“ in Honduras im Jahr 1999. Ihren längsten und größten Einsatz hatten die Müllheimer THW-Helfer jedoch beim Elbhochwasser im Jahr 2002 als innerhalb von elf Tagen insgesamt fünf Brücken gebaut wurden.

„Wer hätte gedacht, dass der Brückenbau solch eine Renaissance bekommt“, betonte THW-Vizepräsident Friedsam in seiner Festrede, auch mit Blick auf Verkehrswege und kritische Infrastruktur. Das ehrenamtliche Engagement brauche Anerkennung, ausreichend finanzielle Mittel und Rückhalt – insbesondere aus der Familie –, verdeutlichte Friedsam die Rahmenbedingungen, gerade auch vor den gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen der Zukunft, wie dem demographischen Wandel einerseits und der Digitalisierung andererseits.

Man werde im Bereich der Gefahrenabwehr auch über Digitalisierung sprechen müssen, wie beispielsweise den Einsatz von Drohnen, meinte der Vizepräsident.

Von einer einzigartigen Erfolgsgeschichte sprach Schuster. „Das THW Müllheim ist in Berlin in aller Munde, weil ihr Brücken baut, und weil alle wissen, dass man Brücken bauen können muss“, betonte er. Das THW habe, wie der gesamte Katastrophenschutz in Deutschland, schwierige Zeiten hinter sich. „Wir haben nach der Wiedervereinigung abgebaut und beim Elbhochwasser gemerkt, dass wir Fehler gemacht haben“, sagte Schuster und verwies auf den sukzessiven Ausbau. Dafür habe der Bund mehr als 100 Millionen Euro bis 2023 in den Haushalt eingestellt.

Glückwünsche überbrachten zudem der Müllheimer Beigeordnete Danksin, stellvertretend für die Gemeinden des Markgräflerlands, der Erste Landesbeamte Martin Barth, der stellvertretende Kreisbrandmeister Andreas Grozinger für die Feuerwehren, Gerlinde Engler vom DRK sowie Dieter Seywald für die Polizei.

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