Müllheim Corona-Protest verläuft friedlich

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In vielen Gemeinden und Städten in der Region versammelten sich Bürger zu sogenannten Montags-Spaziergängen. Angesichts der Vielzahl der Einsatzlagen über sämtliche Landkreise hinweg konstatierte die Polizei einen weitestgehend friedlichen Verlauf. Symbolfoto: dpa/Felix Kästle Quelle: Unbekannt

Müllheim (boe). In vielen Gemeinden und Städten in der Region fanden am 10. Januar sogenannte Montags-Spaziergänge statt – auch in Müllheim. Dort kamen gegen 18.30 Uhr 350 Personen zusammen, um gegen die aktuelle Corona-Politik und die mögliche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht zu protestieren. „Die Versammlung verlief durchgängig friedlich“, bilanziert die Polizei. „Der Teilnehmerkreis setzte sich augenscheinlich größtenteils aus Personen des bürgerlichen Spektrums zusammen“, heißt es auf Nachfrage bei der Polizei-Pressestelle in Freiburg.

Angemeldeter Protest: Müllheim die Ausnahme

Im Gegensatz zu den meisten anderen „Spaziergängen“ – im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Freiburg wurden insgesamt 35 solcher Protestaktionen verzeichnet – war die Müllheimer Versammlung zuvor angemeldet und genehmigt worden.

Die Teilnehmer trafen sich zunächst zur Auftaktkundgebung auf dem Markgräfler Platz, wo auch mehrere Lieder gesungen wurden.

Auflagen weitestgehend eingehalten

Danach wurde ein Aufzug durch die Müllheimer Innenstadt abgehalten, schildert die Polizei den weiteren Ablauf. Die Teilnehmer kamen schließlich erneut auf dem Markgräfler Platz zusammen, wo die Versammlung gegen 19.45 Uhr von der Leiterin beendet wurde. „Die von der Versammlungsbehörde erteilten Auflagen, insbesondere das generelle Abstandsgebot von eineinhalb Metern sowie drei Metern beim Singen, wurden weitestgehend eingehalten“, resümiert die Polizei.

Bei der ersten Versammlung drei Anzeigen

In den vergangenen zwei Wochen fanden in Müllheim bereits mehrere Corona-„Spaziergänge“ statt – der erste am 27. Dezember. Damals wurde die Versammlung nicht angemeldet. Die Polizei erteilte vor Ort Auflagen, die allerdings größtenteils nicht eingehalten wurden. In der Folge wurden insgesamt drei Ordnungswidrigkeiten- beziehungsweise Strafverfahren gegen Versammlungsteilnehmer eingeleitet, unter anderem wegen Missachtung der Maskenpflicht. Bei der Zusammenkunft hatte kaum ein Teilnehmer eine Maske getragen.

Wachsender Zulauf bei „Spaziergängen“

Nach mehreren Kooperationsgesprächen zwischen den Initiatoren der „Spaziergänge“ sowie der zuständigen Versammlungsbehörde und der Polizei wurden ab dem 28. Dezember die folgenden Versammlungen ordnungsgemäß angemeldet, teilt Polizeisprecherin Laura Riske mit. Die Müllheimer „Spaziergänge“ wurden bis einschließlich 6. Januar täglich durchgeführt, nach derzeitigem Stand sollen diese zukünftig nur noch jeweils an den Montagen stattfinden.

Die Proteste gegen die Corona-Maßnahmen erhielten wachsenden Zulauf: Waren es am 27. Dezember noch 70 Personen, fanden sich am Montag vor einer Woche bereits 320 Teilnehmer in Müllheim ein, vergangenen Montag waren es rund 350 Personen.

In 35 Gemeinden und Städten

Am 10. Januar fanden in insgesamt 35 Orten des Zuständigkeitsbereichs des Polizeipräsidiums Freiburg sogenannte Montags-Spaziergänge statt, sie verliefen laut Polizei allesamt weitestgehend friedlich. Die Teilnehmerzahlen waren im Schwerpunkt im mittleren bis oberen dreistelligen Bereich angesiedelt. In Waldshut nahmen in der Spitze 450 Personen teil, in Lörrach 300, in Schopfheim 250 bis 300. Nur wenige der Protestaktionen, wie beispielsweise in Elzach, Müllheim oder Kirchzarten, waren bei der jeweiligen Versammlungsbehörde zuvor angemeldet worden.

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