Müllheim Die Geschichte der Müllheimer Juden

Das steinerne „Krönchen“ von einem der beiden Ecktürme war ein wesentliches Element der damaligen Synagogenfassade. Durch glückliche Umstände kam es nun zurück nach Müllheim. Foto: zVg/Schuhbauer

Auch in Müllheim wird der Europäische Tag der Jüdischen Kultur am Sonntag, 5. September, begangen. Seit mehreren Jahren ist das Markgräfler Museum Teil der von der Gedenkstättenarbeit in Baden-Württemberg organisierten Veranstaltungsreihe.

Müllheim. „Der Tag soll positive Akzente setzen, antisemitische Vorurteile bekäm­pfen und den Beitrag des europäischen Judentums zu einem pluralistischeren und integrativeren Europa hervorheben“, heißt es in einer Mitteilung des Museums.

Jüdische Geschichte, Traditionen und Bräuche

Zahlreiche Orte in Baden-Württemberg und im Elsass haben ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Es will dazu beitragen, das europäische Judentum, seine Geschichte, seine Traditionen und Bräuche besser bekannt zu machen. Der Tag erinnert zudem an die Beiträge des Judentums zur Kultur unseres Kontinents in Vergangenheit und Gegenwart. An beiden Rheinufern zwischen Basel, Straßburg und Karlsruhe waren die Beziehungen zwischen den jüdischen Gemeinden und die Verbindung mit der regionalen Kultur stets sehr eng. Über die Jahrhunderte hinweg gab es eine wechselseitige Bereicherung in vielen Lebensbereichen.

Müllheim war bedeutende jüdische Landgemeinde

Müllheim hatte sich seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts zu einer bedeutenden jüdischen Landgemeinde entwickelt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts waren knapp 15 Prozent der Einwohner jüdischen Glaubens. In dieser Zeit entstand eine stattliche Synagoge an der Hauptstraße, die in der nationalsozialistischen Diktatur während des Pogroms am 9./10. November 1938 demoliert und 1968 abgerissen wurde.

Steinernes „Krönchen“ zurück und öffentlich zugänglich

Durch glückliche Umstände kam nun ein wesentliches Element der damaligen Synagogenfassade, das steinerne „Krönchen“ von einem der beiden Ecktürme, nach Müllheim zurück und kann im Museumshof der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, bevor es am Platz der Synagoge an seinen Ursprungsort zurückkehren soll.

Vortrag von Inge und Rolf Schuhbauer

Inge und Rolf Schuhbauer, die sich seit Jahrzehnten mit der Geschichte der Müllheimer Juden befassen, erzählen in ihrem Vortrag aus der langen Geschichte der zwei Synagogenkrönchen.

Motto: „Dialog und Begegnung“

Den Kontakten der Familie Schuhbauer ist es auch zu verdanken, dass ein Verwandter der letzten Müllheimer Kantorenfamilie von Jakob und Cilli Alperowitz-Rom, der 1938 geborene Züricher Arzt Dr. Bernhard Rom, in einem filmischen Statement von seiner Beschäftigung mit dem Schicksal dieser Familie erzählt. Er macht deutlich, dass auch nach den furchtbaren Ereignissen des Holocaust ein Dialog möglich und besonders wichtig ist – „Dialog und Begegnung“ lautet auch das Motto des diesjährigen Europäischen Tags der Jüdischen Kultur.

Die Veranstaltung findet bestuhlt im Innenhof des Markgräfler Museums statt, wo die Abstände zwischen den Sitzplätzen eingehalten werden. Wer anschließend den 15-minütigen Filmbeitrag von Dr. Rom sehen will, der mehrfach wiederholt wird, kann das Museum mit dem 3-G-Nachweis, Maske und Hinterlegung der Kontaktdaten betreten. Da eine Personenobergrenze existiert, kann es zu kurzen Wartezeiten kommen. Der Eintritt in das Museum ist an diesem Sonntag ab 14 Uhr frei.

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