Müllheim „Gut für Zusammenhalt im Dorf“

Alexander Anlicker

Ortsfamilienbuch: Was hat Feldberg mit der Rheinregulierung zu tun? / 8000 Personen erfasst

Müllheim-Feldberg - Bei einem Wirtshausbesuch in Obereggenen habe er das Ortsfamilienbuch von Ober- und Niedereggenen, Sitzenkirch und Feuerbach entdeckt, sagt Peter Waldkirch. Beim Durchlesen fiel ihm auf, wie oft in allen Büchern Feldberg, Gennenbach oder Rheintal genannt werden und wie viele familiäre Verbindungen es gab.

Mit Hilfe von Beate und Herbert Gabelmann konnte er in mehreren Anläufen den Ersteller des Ortsfamilienbuchs aus dem Eggenertal, Gerd Schaupp, davon überzeugen die Projektleitung zu übernehmen. Waldkirch dankte dem Team der Eggenertal-Chronik, dass sehr geholfen und viel Erfahrung eingebracht habe.

Seit 2017 wurde emsig am Ortsfamilienbuch Feldberg gearbeitet, das nun seit Anfang April erhältlich ist.

Gerd Schaupp hat bereits für das Ortsfamilienbuch Eggenertal rund 10 000 Seiten aus Kirchenbüchern fotografiert und die Daten zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus hat die evangelische Kirche die alten Feldberger Kirchenbücher bereits in digitalisierter Form als Fotografien vorliegen. Deren Inhalte wurden insbesondere von Beate und Herbert Gabelmann schriftlich erfasst und in das Genealogie-Programm eingegeben.

Für das Ortsfamilienbuch braucht es Zeit, außerdem müsse man die Sütterlin-Schrift lesen und mit dem Computer umgehen können, nennt Schaupp die Voraussetzungen für die Erstellung des Ortsfamilienbuches. Mit den jüngst erschienenen Ortsfamilienbüchern von Feldberg und Auggen seien die evangelischen Gemeinden des Markgräflerlands weitgehend abgeschlossen, sagt Schaupp.

Die Helfer aus Feldberg hätten sich um die jüngeren Daten gekümmert und Erfassungsbögen an die Feldberger Familien verteilt. „Es haben fast alle in Feldberg mitgemacht“, freut sich Waldkirch. Ebenso freut er sich über das Lob aus der Bevölkerung für das rund 300 Seiten starke Druckwerk.

Auch er habe die Verbindungen zwischen dem Eggenertal und Feldberg gesehen, sagt Schaupp und verweist auf eine seiner vier Urgroßmütter, die aus Feldberg stammt. Ihr ältester Vorfahre sei Hans Bieg, der um 1595 in Feldberg geboren und 1675 als 80-Jähriger gestorben ist.

Die Kirchenbücher beginnen zwar erst im Jahr 1639, da aber bei Hochzeiten und Todesfällen immer auch Geburtsort und Alter genannt werden, ist der älteste Eintrag aus dem Jahr 1578.

Die Ortsfamilienbücher zeigen mitunter auch bislang unbekannte Verwandtschaftsverhältnisse auf. „Das ist gut für den Zusammenhalt im Dorf“, findet Schaupp.

Insgesamt zählt das Ortsfamilienbuch 2484 Familien mit mehr als 8000 Personen auf. Zu den ältesten Familien im Dorf zählen unter anderem die Familien Klucker und Bronner/Brunner sowie Waldkirch.

Zu den bekannten Persönlichkeiten zählen der Kunstmaler Julius Kibiger und die Heimatdichterin Paula Hollenweger. Aber auch der Urgroßvater des Rheinkorrektors Johann Gottfried Tulla war von 1719 bis 1740 Pfarrer in Feldberg und wurde hier begraben und auch der Großvater heiratete in Feldberg.

Das Ortsfamilienbuch von Feldberg mit Gennenbach und Rheintal ist für 25 Euro im Markgräfler Museum Müllheim und in der Ortsverwaltung Feldberg erhältlich. Außerdem bei Peter Waldkirch, Tel. 07631/9387449, sowie bei Gerd Schaupp in Obereggenen, Tel. 07635/825703. Bei letzteren sind auch die drei Ortsfamilienbücher von Obereggenen mit Schallsingen und Sitzenkirch, von Niedereggenen und von Feuerbach zum Sonderpreis von 15 Euro erhältlich. Mehr als 350 Feldberger Familien haben Vorfahren oder Nachkommen aus einem dieser drei Ortsfamilienbücher.

Die Macher des Ortsfamilienbuchs Feldberg sind der 74-jährige Landwirt und ehemalige Feldberger Ortsvorsteher Peter Waldkirch sowie Gerd Schaupp, Mathematiklehrer, Studiendirektor a.D. und ehemaliger stellvertretender Schulleiter des Markgräfler Gymnasiums Müllheim.

Weitere Mitarbeiter waren Christel Lenz, Sigrid Waizenegger, Catrin Karle, Hans-Dieter Ortlieb und Rita Roßkopf aus Feldberg, Anita Hurst aus Schallsingen, Beate und Herbert Gabelmann sowie Dorothea Schaupp aus Obereggenen.

Die Gestaltung und Druckvorbereitung übernahm Anton Josef Martin aus Niedereggenen

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