Müllheim Heimatdorf Vögisheim hatte hohe Priorität

Volker Münch
Altstadtrat Michael Deiß Foto: Volker Münch

Müllheim - Der ehemalige Müllheimer Stadtrat Michael Deiß ist am Dienstag gestorben. Deiß war bis zuletzt Ortsbeauftragter für den Ortsteil Vögisheim. Nachdem Bürgermeister Martin Löffler den Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am Mittwochabend vom Ableben Deiß‘ unterrichtet hatte, erhoben sich die Ratsmitglieder zu einer Schweigeminute.

Michael Deiß litt seit einigen Jahren unter Amyotropher Lateralsklerose (ALS, einer unheilbaren Erkrankung des Nervensystems. Der selbstständige Steinmetzmeister hatte deshalb schon 2018 seinen Betrieb, mit dem er sich 22 Jahre in der Müllheimer Region etabliert hatte, abgegeben. Seine Liebe galt immer dem Heimatdorf Vögisheim und der Kommunalpolitik, wo er sich engagiert eingebracht hatte. Er war viele Jahre lang Vorsitzender des Bürgervereins von Vögisheim, der ihn auch zum Ortsbeauftragten nominiert hatte. In diese Funktion wurde er als Nachfolger seines Vorgängers Kurt Danzeisen berufen.

Seit 2014 für die CDU am Ratstisch

Mit Gründung des Bürgervereins im Mai 2004 übernahm er auch bis zu seinem Tod die Aufgabe des Vorsitzenden. Für die Müllheimer CDU saß er seit 2014 am Ratstisch des Müllheimer Gemeinderates. Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2019 erhielt er unter den christdemokratischen Kandidaten die meisten Stimmen. Erst in der letzten Sitzung des Gemeinderates im Juli vor der Sommerpause verabschiedete sich Michael Deiß aus der Ratsrunde, nachdem seine Krankheit soweit fortgeschritten war, dass ihm die Sitzungen immer schwerer fielen und er nach eigenen Worten das Gefühl hatte, seine Aufgabe nicht mehr in gewohnter Weise wahrnehmen zu können. Der Abschied aus dem Ratsgremium fiel ihm trotzdem sehr schwer.

Obwohl die Interessen seines Heimatdorfes Vögisheim für ihn eine hohe Priorität genossen, hatte er seinen Fokus immer auf die Gesamtstadt gelegt und die Interessen von ganz Müllheim wahrgenommen. Bei seiner Verabschiedung aus dem Gemeinderat gab er den Fraktionen den Rat mit auf den Weg, sich ein klein wenig zu öffnen, miteinander zu reden und auch nach den Sitzungen das gemeinsame Gespräch in ungezwungener Atmosphäre zu suchen. Damals sagte er wörtlich: „Viele Probleme lassen sich gemeinsam aus dem Weg räumen.“ Dass er bis zuletzt am Stadtgeschehen und ganz besonders an der Fraktionsarbeit Interesse zeigte, bestätigten seine ehemaligen Fraktionskollegen. Manche hatten noch kurz vor seinem Ableben Kontakt zu ihm. Der Termin für die Trauerfeier und Beisetzung wird noch bekanntgegeben.

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