Müllheim Konzert

Weiler Zeitung

Am 30. Oktober 1921 wurde der Musikverein Feldberg aus der Taufe gehoben – genau 100 Jahre später soll das Jubiläum mit einem Konzert im Müllheimer Bürgerhaus gebührend gefeiert werden.

Anlässlich seines 100-jährigen Bestehens lädt der Musikverein Feldberg zum Jubiläumskonzert am Samstag, 30. Oktober, 20 Uhr, im Bürgerhaus in Müllheim ein (Einlass ab 19.30 Uhr). Die Leitung hat Alexander Horst.

Mitwirkend: Laienspielgruppe Feldberg. Der Eintritt ist frei. Es gilt die 3G-Regel.

Müllheim-Feldberg. Der Verein blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, die geprägt ist von bescheidenen Anfängen, der Zäsur durch den Zweiten Weltkrieg, Aufschwung und Höhepunkten, aber auch Herausforderungen.

Keimzelle der Gründung waren Musiker aus Wies im kleinen Wiesental. Sie waren einer Einladung nach Feldberg gefolgt und spielten dort auf. Das Fest muss sehr schön gewesen sein, denn jene Musiker kehrten erst nach mehreren Tagen in ihren Heimatort zurück, wie in der Vereinschronik nachzulesen ist. Dies begeisterte einige Bürger und der Wunsch nach einer eigenen Kapelle war geboren. Am 30. Oktober 1921 fanden sich im Gasthaus „Ochsen“ auf Anregung von Georg Baumann, der später zum Bürgermeister gewählt wurde, ein paar Musikbegeisterte zusammen und gründeten einen Verein.

Anfangs wurde Dirigent mit Naturalien bezahlt

In der Nachkriegszeit war der Wunsch nach Geselligkeit und Unterhaltung groß. Mit geliehenen Instrumenten und Noten begannen die Proben. Für Dirigenten wurde anfänglich auf Militärmusiker zurückgegriffen, die in Müllheim verfügbar waren. So war es nicht verwunderlich, dass zuerst Marschmusik eingeübt wurde.

Da kaum Geld vorhanden war, wurden die ersten Dirigenten mit Naturalien und einem Abendessen vor der Probe bei einem Musikanten entlohnt. Selbst der Kunstmaler Julius Kibiger, der aus Feldberg stammte, hatte dieses Amt von 1923 bis 1927 inne.

Das erste Musikfest im größeren Rahmen mit Festumzug wurde bereits im Juli 1924 veranstaltet, damit feierte man die Gründung.

Fester kultureller Bestandteil des Dorflebens

Der Zweite Weltkrieg stoppte jäh die Entwicklung, aber bereits am 10. Mai 1946 begann das Leben im Verein mit Genehmigung der französischen Besatzungsmacht wieder. Fortan war der Musikverein ein fester kultureller Bestandteil des Dorflebens. Viele größere Feste, hauptsächlich die runden Geburtstage, waren der Festanlass, immer mit vielen Gastvereinen und namhaften Künstlern und – heute kaum vorstellbar – mit Festumzügen. Hierdurch war es auch möglich, Instrumente für die immer größer werdende Musikerschar zu besorgen, die Dirigenten zu bezahlen und sogar ein eigenes Musikhäuschen in Eigenleistung zu bauen.

Seit 50 Jahren spielen auch Frauen mit

Erst 50 Jahre nach der Gründung fanden Frauen den Eingang zum Musikverein – sie sind heute nicht wegzudenkende Leistungsträger, heißt es von Vereinsseite.

Besondere Höhepunkte in der Vergangenheit waren mehrtägige musikalische Reisen, um Kontakte zu knüpfen und Blasmusik aus dem Markgräflerland in anderen Regionen bekannt zu machen. Unter anderem reisten die Musiker nach Südtirol, Berlin und zum Schützenfest mit Umzug in Herzebrock bei Gütersloh oder gaben Konzerte in der Partnergemeinde Issenheim im Elsass.

Konzerte, Waie- und Brauchtumsfeste

Im Dorf selbst bringen sich die Musikerinnen und Musiker ein mit musikalischen Rundgängen am 1. Mai und bei Traueranlässen. Die Feste auf dem Stalten und das Waiefest im Dorfkern sind überregional bekannt. Als einer der ersten im Landkreis scheute sich der Verein nicht, mit großer Anstrengung mehrere Brauchtumsfeste im Herbst zu veranstalten.

Demographischer Wandel stellt vor Probleme

Heute ist der Musikverein Feldberg in der komfortablen Lage, unter guten Voraussetzungen in der Gemeindehalle zu proben, wo auch die Konzerte stattfinden.

Der Vorstand hatte stets ein Augenmerk auf eine Leistungssteigerung und eine gute Kameradschaft, und war immer in der Lage, junge, engagierte Vorstände und gute Dirigenten zu haben, heißt es im Rückblick. Allerdings erfordere der demographische Wandel große Anstrengungen, um den Verein am Leben zu halten, machen die Verantwortlichen deutlich.

Während Corona online und im Freien geprobt

Erschwerend komme hinzu, dass der kleine Ort Feldberg eine Randgemeinde von Müllheim ist. So sei es nicht verwunderlich, dass viele der Aktiven aus der Umgebung nach Feldberg kommen und so das Bestehen ermöglichen.

Selbst die Corona-Pandemie brachte das Vereinsschiff nicht ins Schwanken. Es wurde fast ohne Unterbrechung weiter geprobt: mal online oder in kleinen Gruppen, und wenn es das Wetter zuließ im Freien.

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