Müllheim Mehr Einbrüche als im Vorjahr

Revierleiter Thomas Müller (r.) stellt mit einem Streifenbeamten die neuen Bodycams vor. Foto: Alexander Anlicker

Müllheim - „Wählen Sie die 110, wenn nachts eine Scheibe klirrt oder jemand mit einer Taschenlampe in fremden Vorgärten unterwegs ist“, sagte Polizeirat und Revierleiter Thomas Müller gestern bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik.

Während bundesweit die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig ist, nahm die Zahl in der Region zuletzt wieder zu. Die Statistik des Reviers Müllheim weist für 2018 insgesamt 160 Fälle von Wohnungseinbruchsdiebstahl aus, neun mehr als im Vorjahr beziehungsweise 33 mehr als noch im Jahr 2016. In 70 Fällen blieb es davon beim Versuch – ein Beleg dafür, dass sich vorbeugende Maßnahmen durchaus bezahlt machen.

Die Polizei schätzt den entstandenen Sachschaden auf rund 317 000 Euro. Schlimmer sei indes der psychische Schaden, den die Opfer davontragen, betonte Müller.

Aufgeklärt wurden 16 Wohnungseinbrüche, berichtete er weiter. Die Polizei nahm 23 Tatverdächtige fest, 19 Männer und vier Frauen. „Alle Festnahmen erfolgten aufgrund von sofortigen Anrufen aus der Bevölkerung“, betonte der Polizeirat.

Neben dem Thema Wohnungseinbrüche will der neue Müllheimer Revierleiter, der zum Jahreswechsel die Nachfolge von Dieter Seywald angetreten hat, weitere Schwerpunkte im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität sowie im Verkehrsbereich bei Alkoholkontrollen legen (wir berichten noch).

Sorgen bereitet dem Revierleiter das Thema Rauschgiftkriminalität. „Man bekommt mittlerweile alles und zwar überall“, betonte Müller. Es gehe aber in den meisten Fällen um Cannabis. Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr insgesamt 420 Fälle, nach knapp 350 Fällen im Vorjahr. Rund 41 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 21 Jahren.

Insgesamt wurden im Bereich des Polizeireviers Müllheim im vergangenen Jahr 4528 Straftaten begangen, 0,3 Prozent weniger als 2017. 3642 Straftaten wurden vom Revier Müllheim bearbeitet. Erfreulicherweise stieg die Aufklärungsquote von 53,7 auf 56,5 Prozent, berichtete Müller.

Die Häufigkeitsziffer, das heißt die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer Straftat zu werden, liegt mit 4675 pro 100 000 Einwohner leicht über dem Durchschnitt des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald (4452), aber unter dem Landesdurchschnitt von 5023 und deutlich unter dem Landkreis Lörrach (6757) sowie dem Stadtkreis Freiburg (10781).

Müllheim bei Straftaten vor Bad Krozingen

Die meisten Straftaten wurden in Müllheim begangen (1158) vor Bad Krozingen (926) und Neuenburg am Rhein (779).

Größter Deliktsbereich sind Diebstähle (33 Prozent), gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten (17 Prozent) sowie Rohheitsdelikten (15 Prozent).

Die Rohheitsdelikte, dazu zählen unter anderem Körperverletzung, Nötigung und Bedrohung, nahmen bereits zum dritten Mal in Folge zu. 2018 waren dies 669 Fälle (2017: 628), darunter 507 Fälle (2017: 476) von Körperverletzung.

Rückläufig ist hingegen die Straßenkriminalität, das sind alle Straftaten, die im öffentlichen Raum begangen werden: Mit 899 Fällen wurde hier der niedrigste Stand seit zehn Jahren erreicht.

Sie möchten alle Nachrichten aus Ihrer Gemeinde lesen?
Dann testen Sie unser ePaper – 3 Wochen völlig gratis und unverbindlich! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Newsticker

blank

Umfrage

Sommerurlaub

Die Sommerferien werfen ihren Schatten voraus. Werden Sie dieses Jahr den Urlaub in Deutschland verbringen oder ins Ausland reisen?

Ergebnis anzeigen
loading