Müllheim Mit Ideen der Corona-Krise getrotzt

Ein Porträt der Künstlerin Else Blankenhorn von Professor Ferdinand Keller, Karlsruhe, um 1895. An sie wird im Markgräfler Museum Müllheim erinnert – sobald die Museen wieder öffnen dürfen. Foto: Markgräfler Museum/V. Münch Foto: Weiler Zeitung

Auf ein ungewöhnliches Jahr, das geprägt war von Pandemie und Lockdown, blicken auch die Verantwortlichen im Markgräfler Museum Müllheim (MMM) zurück. Zugleich hoffen sie darauf, das Museum im April für die neue Saison öffnen zu können.

Müllheim. „Das wahrhaft ungewöhnliche und herausfordernde Jahr 2020 verlangte in allen Bereichen Veränderungen, die wir uns vor zwölf Monaten nicht im Ansatz hätten vorstellen können“, heißt es in dem zum Jahresbeginn verschickten Newsletter des Museums. So mussten die beiden Museen, das Markgräfler Museum im Blankenhorn-Palais und die Frick-Mühle, zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie im Frühjahr und dann erneut ab November für mehrere Monate schließen.

Vorreiter bei Wiederöffnung

Mit der Absage großer Veranstaltungen wie Mühlentag, Stadtfest und Museumsnacht sei der Kontakt zu einem breiten Publikum entfallen. Dank eines ausgefeilten Hygienekonzepts aber konnten bald wieder Einzelbesuche ermöglicht werden. Die beiden Museen hätten sogar insgesamt eine Vorreiterrolle bei der Wiedereröffnung der Kultureinrichtungen im Sommer eingenommen, da sie über große Räumlichkeiten, gute Lüftung und Aufsichtspersonal verfügen, heißt es.

Ausstellungen stoßen auf reges Interesse

Zugleich seien die Ausstellungen zum 90. Geburtstag des Malers Karlheinz Scherer aus dem Markgräflerland, der zeitweise sein Atelier in Müllheim hatte, zum Markgräfler Kunstpreisträger Patrick Luetzelschwab aus Weil am Rhein oder zu den Corona-Cartoons von Peter Gaymann auf reges Interesse gestoßen. Zeitweise habe es sogar Warteschlangen vor der Museumstür gegeben.

Mit der Reihe „klein, fein, drinnen und draußen“ konnten im Blankenhorn-Palais mitsamt Innenhof mehr als 3000 Menschen erreicht werden. Dies seien längst nicht nur klassische Museumsfreunde gewesen, schreiben die Verantwortlichen. Freischaffende Künstler, die von der Pandemie und dem Ausfall von Veranstaltungen besonders stark in Mitleidenschaft gezogen worden sind, konnten Musik spielen oder ihre Bilder ausstellen. Auch im Mühlenmuseum in der Frick-Mühle haben im zweiten Halbjahr wieder die Führungen begonnen.

Soziale Funktion wahrgenommen

Gerade in der Ausnahmesituation der Corona-Pandemie habe das MMM auch seine soziale Funktion wahrgenommen. Dies sei etwa mit der Durchführung von Deutsch-Kursen für Flüchtlinge zusammen mit dem Verein „Zuflucht“ oder durch das Zusammenstellen von historischen Fotografien oder Literatur für die Betreuungsarbeit in Seniorenheimen geschehen.

Eine besondere Ausstellung hätte zum 100. Todestag der Malerin Else Blankenhorn am 20. November eröffnet werden sollen unter dem Titel: „Eigensinnige Welten. Die Malerin Else Blankenhorn 1873-1920“. Das Projekt wurde über viele Jahre vorbereitet, basierend auf den Forschungen der Kunsthistorikerin Doris Noll-Rumpeltes, Leiterin des Hans-Prinzhorn-Archivs.

Dank des Entgegenkommens der Sammlung Prinzhorn Heidelberg, die sich der Kunst von Menschen mit psychischen Ausnahmeerfahrungen verschrieben hat und auch den künstlerischen Nachlass von Else Blankenhorn betreut, konnte die ursprünglich geplante Laufzeit um zwei Monate bis zum 25. April 2021 verlängert werden. So gebe es die Hoffnung, dass die erste Einzelausstellung der Müllheimer Künstlerin bald gezeigt werden kann.

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