Müllheim Nachtschwärmer trotzen Nieselregen

Das PurPur bietet draußen Lagerfeuerromantik für die Raucher. Fotos: Dorothee Philipp Foto: Weiler Zeitung

Von Dorothee Philipp

Schon gegen 21 Uhr, dem offiziellen Beginn der Müllheimer Kneipennacht, wird es in der Stadt lebendig trotz Dunkelheit und Nieselregen. Die Parkplätze um die Innenstadt füllen sich, große Trupps von Partygängern aller Altersgruppen machen sich lachend und scherzend auf den Weg zu den elf Kneipen, die an diesem Abend mit Live-Musik und langen Öffnungszeiten locken. Organisiert und veranstaltet wird dieses erfolgreiche Format überregional durch die Agentur „X-Events“.

In Müllheim liegen die meisten der teilnehmenden Betriebe nur kurze Fußwege nah beieinander, für die Locations im Gewerbegebiet stehen Shuttle-Busse zur Verfügung, die auch rege genutzt werden. Alles mal anschauen und sich dann irgendwo, wo es besonders gut ist, mit Freunden treffen, meint ein Besucher auf die Frage, wie man in diesem Überangebot die Orientierung nicht verliert.

Zeitweise wegen Überfüllung geschlossen ist die „Alte Münz“, in der die „Ballroom Stompers“ Rockabilly und Country abfeuern, doch durch die ständige Fluktuation gibt es immer wieder Plätze.

„Der Laden war schon um neun Uhr voll“, sagt Achim Berger, Betreiber des „Louis“ am Markgräfler Platz. Bis gegen drei, vier Uhr wird er dann durchhalten müssen. Auch DJ Felix schaut im „Louis“ auf ein Bierchen vorbei. „Ich leg dann später, so gegen eins in Ottos Festhalle auf“, erklärt er.

Ottos Festhalle im Gewerbegebiet war Party-Location nur für einen einzigen Abend, sonst stehen da Busse drin. Und was wollen die Leute nachts um eins hören? „Ich schau mir die Gäste an und lege dann je nach Stimmung auf. Wahrscheinlich läuft es heute Abend auf Musik der 1970er und 1980er Jahre raus. Schön rockig“, tippt der erfahrene DJ. Auch als einzelner Partygänger ist man gleich integriert: „Ich lauf‘ durch und treffe eine Menge Leute“, meint Frieder aus Buggingen. Das sagt auch eine junge Frau, die vor dem „Deutelmoser“ mit ihren Freundinnen telefoniert. Von drinnen tönt kerniger irischer Country-Folk. „Hier kann man immer gut alleine reingehen, die Leute sind nett, man kommt schnell ins Gespräch“, lobt sie die versteckte Pinte in einem Seitensträßchen. In der Café-Bar „Pro-Vita“ haben die beiden Live-Musiker von „Double Gum“ Verstärkung bekommen: Ihr Freund Rainer aus Münstertal ist mit seiner Gitarre da und klampft mit. „Sozusagen unser Special Guest“, meint Inhaberin Daniela erfreut.

An der Theke hängt eine lustige Truppe um Thomas D. und schäkert bei vollen Schorle-Gläsern über alles und jedes. „Wir sind auf einem Rundkurs mit Stopps und sagen überall mal Hallo“, erklärt D. Wie der Abend laufen wird, ist noch offen. „Um vier treffen wir uns dann alle im Deutel, beim Käpt‘n“, sind sich die Nachtschwärmer einig.

Das rappelvolle „PurPur“ hat es für die Raucher draußen in der Gartenwirtschaft gemütlich gemacht: eine lodernde Feuerschale verbreitet Lagerfeuerromantik.

Auch im Hinterhof der „freitagsBAR“ brennt eine Feuerschale, Leute hängen relaxt ab, quatschen und flaxen. Nicht bei allen Kneipen steht die Adresse auf dem Programmflyer. „Da musst du nur die Straße runtergehen, dann hört man schon die Musik“, ist der Rat eines erfahrenen Partygängers.

Lesen Sie das ePaper inkl. der Vorabendausgabe ab 19.45 Uhr für nur 89 Euro bis zum Jahresende 2020! Klicken Sie HIER.

  • Bewertung
    0

Umfrage

Friedrich Merz

Merz, Laschet oder Röttgen? In der CDU beginnt die heiße Phase im Rennen um den CDU-Vorsitz. Wie stehen Sie zu den Personalien?

Ergebnis anzeigen
loading