Bad Krozingen braucht ein neues Hotel im oberen Komfort-Segment. Zu diesem Schluss sind nicht nur die Stadtverwaltung, die Kur und Bäder GmbH und der Gewerbeverband, sondern auch ein Gutachten gekommen, das die Unternehmensberatung Treugast im Auftrag der Kur und Bäder GmbH ausgearbeitet hat.

Von Dorothee Philipp

Bad Krozingen. Vorangegangen war ein Runder Tisch mit Vertretern von Gemeinde, Kur und Bäder GmbH, Verkehrsverein, Gewerbeverein und einer Bürgerinitiative, der in vier Treffen die möglichen Standorte für das Hotelprojekt kontrovers diskutiert hatte. Als zwei mögliche Standorte übrig blieben das Grundstück der jetzigen Tourist-Information und zum anderen ein Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft der Rheintalklinik gegenüber der Vita Classica Therme, wie aus einer gemeinsamen Presseerklärung hervorgeht.

Bürgerentscheid verhinderte Hotel im Kurpark

Im Februar 2015 hatte ein Bürgerentscheid Pläne zunichte gemacht, ein neues Hotel im Kurpark zu bauen, worauf sich dann das Interesse auf den jetzt wieder genannten Standort neben der Rheintalklinik richtete. Die Pläne kamen damals voran, im Juli 2015 änderte der Gemeinderat den Bebauungsplan „Kurgebiet Mitte II“, um dem ehrgeizigen 25-Millionen-Projekt den Weg zu ebnen, für das bereits aussagekräftige Pläne eines Architekten aus Badenweiler vorlagen. Dann wurde es still um das Vorhaben, der Eigentümer des Grundstücks konnte keinen Investor dafür gewinnen. Das soll jetzt anders werden.

Zwei mögliche Standorte für Neubau

Auch der Eigentümer des Grundstücks neben der Rheintalklinik ist nach wie vor daran interessiert, dass dort ein Hotel entsteht. Und mit dem Standort Tourist-Info hat sich nun eine Alternative aufgetan, so dass mögliche Investoren sogar eine Wahlmöglichkeit haben.

Mit Interessenten im Gespräch

Der „Runde Tisch“ kam zu dem Schluss, dem Gemeinderat den Bau eines „Vier-Sterne-Plus-Hotels“ zu empfehlen und die Stadt zu beauftragen, mögliche Investoren und Betreiber „offensiv anzusprechen“. Die Kur und Bäder GmbH sei bereits mit Interessenten im Gespräch, bestätigte Kurdirektor Rolf Rubsamen auf Anfrage. Dass die Tourist-Information im Fall eines Entscheids für diesen Standort weichen müsste, ist für ihn kein Problem. Im Zeitalter des digitalen Marketings seien auch kleinere Einheiten sinnvoll. Wichtig sei, dass die Einrichtung zentral im Kurgebiet liege und gut mit dem Auto erreichbar sei, sagte Rubsamen.

Bürgerinitiative: Das ist das kleinste Übel

Auch Gabriele Winkelmann, die Sprecherin der Bürgerinitiative, die den Findungsprozess kritisch begleitet hatte, kann mit der jetzigen Version der beiden Standorte leben: „Das ist das kleinste Übel“, sagt sie und findet, dass sich die Pläne von 2015 auf dem Areal der Rheintalklinik am besten von allen Varianten in die Umgebung eingefügt hätten. Jetzt müsse man warten, wie die Investoren mit ihren expliziten Rentabilitätsvorstellungen auf die Angebote reagieren.

„Bad Krozingen muss die Gunst der Stunde nutzen“, bekräftigt Peter Lob, Vorsitzender des Gewerbeverbands. „Freiburg kann nicht mehr“, meint er angesichts der zu Ende gehenden Ressourcen an Entwicklungsflächen dort.